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BARDO
Das Tibetische Totenbuch


Text   und Sprache:VEETMAN
220 min,  Stereo-Dolby , mit speziell
dazu erschaffener Musik von

CHINMAYA Jantke 

BARDO- das Tibetische Totenbuch, auf 4 CDs.

Diese Edition ist außer in deutsch und englisch auch in folgenden Sprachen erschienen:  Italienisch, Französisch, Tschechisch, Spanisch, Koreanisch, Japanisch.

Diese Editionen sind z.T. beim
Institut erhältlich.

Bestellinfos

 

 

Metaphysische Bedeutung
des BARDO

Bericht über Sterbebegleitung
im Kontext des BARDO

BARDO. Bewusstsein jenseits
des Todes- Bewusstsein
in der Gegenwart

Bilder aus Tibet

 

BARDO in der Sterbebegleitung
mp3 Download

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



BARDO in der Sterbebegleitung


Der Tod ist einer der größten Momente im Leben. Es braucht Vorbereitung; ansonsten verlieren wir eine Gelegenheit für Wachstum und Transformation.

Dies ist der Bericht eines Freundes über die Begleitung seiner Mutter in ihrem Sterben.

     Meine Mutter starb 1996 an Brustkrebs. Ich begleitete sie während ihrer letzten Jahre. Ich lebte mit Ihr und meinem Vater; ich kochte, kaufte ein, und half bei der körperlichen Betreuung. Ich brachte meine Mutter mit Meditation in Berührung. Ich war in der Pflegerrolle da- aber auch in der Rolle, etwas mit Ihnen zu teilen. Ich fühlte eine innere Verpflichtung, für sie in dieser Zeit da zu sein. Es schien, das dies der Moment war, wenn ich überhaupt etwas von mir, von Osho, von Meditation teilen wollte. Es war ganz wirklich; es war konkret; es war wichtig.


      Eine lange langsame Krankheit wie Krebs ist sowohl ein Segen als auch ein Fluch. Ein Fluch wegen der Schmerzen, dem Versagen der körperlichen Funktionen, der Angst; und ein Segen, weil es eins der größten Geschenke des Lebens ist, in der Lage zu sein, sich bewusst auf den Tod vorzubereiten. Im Lauf des Jahres war meine Mutter in der Lage, sich dem Wesentlichen zuzuwenden. Sie verstand, dass es keine Zukunft gab. Der Moment wurde immer kostbarer für sie. Ich weiß, das wir alles taten, was möglich war, um uns vorzubereiten. Meditation ist die größte Vorbereitung- die Praktik, hier und jetzt zu sein, in unserem eigenen Wesen anzukommen.


      Meditation verbindet uns mit unserem Zentrum, das mit dem ganzen Lebensstrom verbunden ist. Die Methoden sind nicht Meditation an sich, sondern Wege, diesen Zustand zu betreten. Während der Tage ihres Sterbens erinnerte ich sie ständig daran, das sie das klare Licht war; daran zu denken, in das klare Licht zu gehen, und alle inneren Schätze ihres Lebens in sich zu sammeln- die wunderbare Liebe, die sie als sanfte, sorgende, fröhliche und aufmerksame Mutter und Freundin geteilt hatte. Ich glaube, dass meine Mutter vielleicht das fröhlichste und aufmunterndste Wesen war, dem ich je begegnet bin. Dies war eins von Mutters bemerkenswerten Geschenken, das sie mit den Menschen in ihrem Leben teilte.

     Ein paar Jahre vorher ging ich durch eine Krise, die es mir ermöglichte, viele Dinge mit meinen Eltern zu klären, und es mir erlaubte, mit meiner Mutter auf eine andere Weise in Verbindung zu treten, als es mir bis dahin möglich war. Als ich 1995 aus Indien zurückkam und erfuhr, dass ihr Brustkrebs nach einer 5-jährigen Besserung wieder aufgetreten war, traf ich die bewusste Entscheidung, bei ihr zu bleiben.
Wir wussten nicht, wie viel Zeit sie noch hatte, oder ob noch eine Besserung möglich war. Wir sprachen über Meditation und begannen, damit zu arbeiten. Das, was ich ihr sagte, ergab einen Sinn für sie; sie war bereit, zu experimentieren, zu erforschen.


      Während des Jahres versuchten wir eine Anzahl von Prozessen. Sie fand es schwer, mit den traditionellen Techniken zu arbeiten, also stellte ich für sie ein Tonband her, mit Worten, in denen es darum geht, uns der Schätze bewusst zu werden, die wir schon in uns tragen: unsere Erfahrungen von Liebe, Meditation, Schönheit, Freude, Stille, Dankbarkeit, usw. Wohin wir unsere Aufmerksamkeit geben- es dehnt sich aus. Aufmerksamkeit ist Nahrung. Wenn du also den Erfahrungen Aufmerksamkeit schenkst, die du bereits hast, und sie damit nährst, gibst du ihnen eine Chance zu wachsen. Ich bin überzeugt, dass wir enorme Schätze haben, großartige Erfahrungen. Aber solange wir sie nicht bewusst in uns aufnehmen, erkennen wir oft nicht, dass sie bereits da sind.


      Meine Mutter sammelte ihre inneren Schätze. Während sie damit weiter machte, war es klar, dass sie mit sich selbst in Verbindung kam. Ich sah die Heilung nicht unbedingt darin, dass es ihr körperlich besser gehen sollte. Es wurde klar, dass ihr Körper vielleicht gehen würde, aber die Heilung trotzdem geschehen könnte. Es ging um die innere Verbindung mit den Schätzen ihrer Lebenserfahrung, ihres Wesens.


      Ich konnte sehen, wie sie durch einen ganzen Trauerprozess für ihr eigenes Sterben ging. Sie war sehr an gewissen Dingen verhaftet; sie wollte ihre Großkinder aufwachsen sehen. Es war eine große Mühe für sie, loszulassen. Aber als ihr Körper langsam auseinander fiel, und es mehr und mehr eine Hölle für sie wurde, darin zu leben, erkannte sie, dass sie sterben würde. Sie hatte darum gekämpft, geheilt zu werden, und nicht zu verzweifeln; jetzt war es an der Zeit, es zuzulassen und zu akzeptieren, dass sie sterben würde, und es mit denjenigen zu teilen, die ihr nahe waren, um sich zu verabschieden.

     Während ihrer letzten Monate zu Hause meditierten meine Mutter und ich jeden Tag zusammen, mit einer sanften Atemmeditation- Vipassana. Im Krankenhaus, eine Woche vor ihrem Tod, machte ich die BARDO- Meditation mit ihr. Der Begriff BARDO hat etwas mit den Phasen von Leben und Sterben in der tibetischen Tradition zu tun. Es ist eine Vorbereitung darauf, den Körper zu verlassen, und auf das, was danach geschieht. Die BARDO Meditation ist ein geleiteter Prozess, der auf dem Tibetischen Totenbuch basiert, produziert von Veetman. Er dauert ungefähr 3 Stunden. Er führt dich durch alle Stadien des BARDO- durch alle möglichen Punkte der Befreiung aus dem Kreislauf von Leben und Sterben- vom dem Moment an, an dem du den Körper verlässt, bis zu deiner Wiedergeburt, wenn du dies auswählst.

     Es ist also etwas wie eine Landkarte. Das BARDO betont, dass das große Licht, dem wir vielleicht nach unserem so genannten Tod, oder der Befreiung vom Körper, begegnen, in Wirklichkeit eine Ausstrahlung deines eigenen Bewusstseins ist. Wenn du präsent sein und dich erinnern kannst, dass du das klare Licht des Seins bist, wen du dem klaren Licht begegnen und damit verweilen kannst, und darin bleiben kannst, dann ist die Befreiung möglich.

     Wir machten die BARDO Meditation mit einer Palliativpflegerin, die sehr von der Erfahrung berührt wurde.
In Meditation gibt es ein Gefühl des nach innen Gehens, uns mit unserer Quelle zu verbinden, von Stille. Wir erlebten es so, und ich bin sicher, dass meine Mutter es auch tat. Mutter fühlte, das sie während des Prozesses teilweise geschlafen hatte, aber in meiner Erfahrung ist diese Art von Schlaf qualitativ verschieden, mehr ein Verschwinden in eine tiefere innere Rezeptivität.

     Eine Woche später fing ihre Atemnot an, und sie sagte ihrer Betreuerin, dass es für sie an der Zeit wäre zu sterben. Während des Nachmittags konnte sie weniger und weniger sprechen; dann verlor sie ihre Fähigkeit, ihre Augen zu öffnen und nach außen zu schauen.

     Ein befreundeter Arzt erklärte mir, dass in Fällen, in denen die Lunge nicht genug Sauerstoff aufnehmen kann, und mehr Kohlendioxid produziert wird, die Gehirnzentren für Sprache und den Sinn des Sehens versagen. Aus irgendeinem Grund bleibt der Hörsinn bis zuletzt intakt. Wenn ich zu ihr sprach, hatte ich das klare Gefühl, dass meine Mutter mich hören konnte. Und ich erinnerte sie weiterhin daran, sich an ihre Schätze zu erinnern, bewusst und aufmerksam zu bleiben, und sich zu erinnern, dass sie selbst das klare Licht des Bewusstseins ist.

     Ich sah ihre letzte erkennbare Reaktion auf eine äußerliche Situation während eines Besuches meines Bruders und seiner Familie. Als die beiden Kinder, drei und neun Jahre alt, von ihrer Großmutter Abschied nahmen, öffnete sie mit der Andeutung eines Lächelns auf ihren Lippen ganz leicht ihre Augen.

      In jener Nacht begann für mich und meine Familie die schwerste Zeit. Meine Mutter stöhnte ständig, als ob ein tiefer Schmerz in ihr sich löste. Die Intensivkrankenschwester glaubte nicht, dass meine Mutter körperlich leiden musste, sondern erklärte, dass der Körper bestimmte Dinge im Prozess der Auflösung ganz von selbst macht. Es erschien wie eine unbewusste Auflösung des ganzen vorhergehenden Jahres voller Schmerzen, und es war wirklich schwer, dem zuzuhören. Gegen Mitternacht wurde sie ruhiger. Wir blieben den ganzen nächsten Tag bei ihr.

     Um vier Uhr am folgenden Morgen veränderte sich ihre Atmung, sie wurde unregelmäßiger. Als ich zu ihr sprach, hatte ich die klare Empfindung, dass sie mit ihrer Stimme antwortete, dass sie mich hören konnte. Um zehn Uhr vormittags ging ich für einige Minuten hinaus. Eine Pflegeschwester hatte erwähnt, dass Menschen oft dann den Körper verlassen, wenn niemand im Raum ist. Als ich zurückkam, nahm sie ihre letzten Atemzüge. Sie atmete ganz leicht ein und atmete fast unmerklich aus, und erst nach 30 Sekunden kam ein weiterer Atemzug. Ich legte meine zitternde Hand auf ihren Kopf, erinnerte sie noch einmal daran, dass sie immer so sehr geliebt wurde, sich an ihre Liebe zu erinnern, sich zu erinnern, dass sie das klare Licht wäre, und voller Freude in das Licht zu gehen. Dann hörte sie völlig auf zu atmen. Ich fühlte ihren Herzschlag, aber nach kurzer Zeit wurde er langsamer und kam zum Stillstand: völlige Stille in diesem Körper, der dieses wundervolle Wesen beherbergte, das ich als meine Mutter kannte.

     Ich hatte während der nächsten Tage die Wahrnehmung, das sie hier war und gleichzeitig auf ihrer Reise war. Ich weiß nicht, ob die Dinge auf jener Ebene linear verlaufen; sie geschehen alle gleichzeitig. Und der Tod ist nur der Tod des Körpers. Auf eine Weise denke ich nicht über sie als tot. Osho´s Verlassen seines Körpers hat mir sehr geholfen, dies zu verstehen. Ich meine damit: Osho ist hier, in dem Ausmaß, in dem ich fähig bin, ihn zu fühlen. Wenn ich still bin, ist Osho mit mir.

     Und ich weiß, dass die Heilung eine fortwährende Reise ist; es geht nicht nur darum, im Körper zu sein. Gewiss war da bei meiner Mutter ein tiefes Gefühl einer seelischen Heilung, des Zusammentreffens von Liebe und inneren Schätzen. Ich weiß, dass meine Mutter erkannte, was sie in sich hatte.
Es ist wunderbar, zu erkennen, dass das Leben ein großes Geschenk war.


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