Trauer ist oft ein Schmerz, von dem wir nichts wissen wollen.
Es ist das Feuer, der Verlust, es ist die unkontrollierbare Vergänglichkeit - unser normaler, alltäglicher Kummer. Es sind die bedrückenden Gefühle ungelebter Trauer.
Das Herz selbst steht immer offen - häufig aber ist das Bewußtsein nicht präsent. Das Herz verschließt sich zu keiner Zeit, es wird nur von den Schatten unserer unerforschten Sorgen, unserer uralten Verhaftungen verdeckt.
Wir bekunden diesen Schmerz erst dann, wenn er so intensiv wird, daß wir ihn nicht mehr leugnen oder ihm ausweichen können
Dieser Schmerz in der Brust begleitet uns als ständiger Mahner an den Schmerz des Verschlossenseins. Doch er erinnert uns auch daran, welche Wunder Offenheit vollbringen kann. Und wieviel Raum für die Welt im großen Geist eines offenen Herzens vorhanden ist.
In den Verlust hineinatmen
Bei dieser Arbeit am Schmerzpunkt in der Mitte der Brust , in dieser Offenheit für lange ignoriertes Leid beginnen die uralten Schmerzen zu zerfließen.
Angesichts eines großen Unheils können wir natürlich sagen, dass wir " stark sein" müssen, oder wir trösten uns mit Worten über die Unergründlichkeit der Zusammenhänge in dieser Welt. Aber wenn das alles nur " Haltung" ist, ohne tieferes Verständnis, dann erreichen wir damit nichts anderes, als dass wir wieder einmal leugnen, was tatsächlich in uns vorgeht: wir panzern unser Herz gegen Angst und Schmerz. Sprüche genügen nicht, wenn es darum geht, sich in das Unabänderliche zu fügen. Wir müssen uns vielmehr ehrlich auf die körperliche Realität der Situation einlassen.
Atme die körperlich-emotionale Empfindung des Verlusts direkt ins Zentrum deiner Brust hinein, und du wirst die Heilkraft des großen, alles einschliessenden Herzens erfahren. So wird auch die Verführungskraft deiner tief tragischen Gedanken gebrochen. Auch dann kann noch Traurigkeit da sein, aber du wirst vielleicht etwas Lichtes und Leichtes im Dunkel erkennen, das nichts von der Schwere überflüssiger Dramatik hat.
Wir vergeben unserem Schmerz und schließen mit der Vergangenheit Frieden. Und bei diesem Ein- und Ausatmen durch den Schmerzpunkt wird er zum Kontaktpunkt des Herzens. Die Freude anstelle alten Kummers zu erfahren, schafft neue Zuversicht und Dankbarkeit.
Manche fühlen sich vielleicht zu dieser Meditation hingezogen, weil sie eine bestimmte Blockade ihres Herzens entdeckt haben - eine Wunde, die nach Heilung verlangt.Andere mögen das Gefühl haben, den allgemeinen Schmerz
nicht länger ertragen zu können.
Manche wollen den elementaren Kummer umarmen, der die Wahrnehmung trübt und das Herz beengt.
Diese Meditation verbindet uns mit den nicht vergossenen Tränen, mit dem ungelachten Lachen und den ungelebten Augenblicken. Wir müssen nicht erst einen lieben Menschen verloren haben, um aus dieser Erkundung Nutzen ziehen zu können. Sie schafft im Herzen Raum für unseren Schmerz, für unsere Freude, für unser Leben.
CD 2003 a 60 min.
Hörproben 1.Trauer- Herzmeditation mp3
2.Trauer und der Sinn des Lebens mp3
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Diese Meditation wurde live in einem Seminar aufgenommen
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