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An der Schwelle des Lebens
Mit Sterbenden meditieren
: Den Atem beobachten

Meine Partner liegt im Sterben. Wie kann ich helfen? Er ist meistens voller Angst und aufgewühlt.

Bringe ihm eine kleine Meditation bei: den Atem beobachten.

Während er im Bett liegt, setze dich an seine Seite und lege deine Hand auf seinen Kopf. Werde ganz ruhig, still und meditativ. Meditation ist ansteckend, wenn du wirklich meditativ bist, kann es übertragen werden. Sitze also bei ihm, werde ganz still, lege die Hand auf seinen Kopf und erkläre ihm dass er einfach seinen Atem beobachten soll - wie der Atem hereinkommt und wieder herausgeht. Sage ihm, wenn er beobachten kann, wie der Atem kommt und wieder geht, wird ihm bewusst werden, dass er nicht dieser Körper ist und dass er auch nicht der Atem ist.  Er ist das, was schaut; und dieses Schauende stirbt nie. Es ist unsterblich.

In dem Moment, in dem wir unseren inneren Zeugen erkennen, sind wir unsterblich.

Der beste und kürzeste Weg zu dieser Erkenntnis ist es, den Atem zu beobachten, denn der Atem ist die Brücke, die den Körper mit der Seele verbindet. Wenn du den Atem beobachtest, bist du bereits am anderen Ufer. Den Atem zu beobachten heißt, du siehst die Brücke; die Brücke, die dich mit dem Körper verbindet. Der Körper ist weit weg. Zwischen dir und dem Körper ist der Atem. Du beobachtest den Atem. Da du ihn beobachtest, bist du getrennt davon. Du kannst eine Sache nur dann beobachten, wenn du getrennt davon bist.

Wenn du ihm also in seinen letzten Tagen helfen kannst zu beobachten, machst du ihm damit das größte Geschenk, das du ihm geben kannst, bevor er geht. Denn dann kann er in vollkommener Stille, ganz ruhig und gesammelt gehen. Und das ist die wahre Art zu sterben.

Es gibt viele Leute, die nicht wissen, wie man lebt; und es gibt nur sehr wenige Leute, die wissen, wie man stirbt. Das ist die größte Kunst, denn das ist der Höhepunkt des Lebens.

Wenn du den Tod versäumst, hast du dein ganzes Leben versäumt. Du wirst wieder in einen Mutterschoß zurückgeworfen, denn du wirst lernen und den ganzen Prozess noch einmal durchmachen müssen. Du bist »durchgefallen«,  also musst du dieselbe Klasse noch einmal wiederholen, bis du versetzt wirst. Und es gibt nur einen Weg, versetzt zu werden: dass du beim Sterben so sehr in deiner Mitte bist, so wach und so friedlich bist, dass überhaupt keineAngst aufkommt.

Das kann man nicht schaffen, indem man einfach tapfer ist - nein. Man kann es nicht schaffen - es ist ausgeschlossen. Außer du weißt, dass es etwas in dir gibt, das nicht stirbt, ist es nicht möglich, es zu schaffen. Und dieses Unsterbliche ist immer da: Es ist dein Bewusstsein, der stille Zeuge.
Gehe einfach zu ihm und hilf ihm jeden Tag. Immer wenn er bereit dazu ist - morgens oder abends - sitze ein paar Minuten an seinem Bett. Und während du deine Hand auf seinen Kopf legst, beobachte auch deinen Atem.

Du tust das, von dem du eigentlich möchtest, dass er es tut. Nur so kann es übertragen werden.
Deine meditative Haltung kann auf sein Wesen überspringen.

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Spirituelle Dimensionen
von Leben und Sterben



Wenn ein geliebter Mensch stirbt