Willkommen zu unserem Frühlings- Newsletter 2008!

Unser Newsletter erscheint ca. alle 1-2 Monate.

Im ersten Teil findest Du Themen des globalen Bewusstseins.

Im zweiten Teil geht es um Themen der seelisch- spirituellen Sterbebegleitung , Schmerztherapie und die kollektive Auseinandersetzung mit Themen
eines bewussten Lebens und Sterbens.

Im dritten Teil gibt es Informationen über Gesundheit u. Ernährung

Wir wünschen Dir beim Lesen viel Freude!

  •  Themen dieser Ausgabe

     1 | Globales Bewusstsein
       - Freies Tibet    
      - Evolutionäres Bewusstsein
      - Steht die Psychotherapie vor einer Spiritualisierung?

      - Robbentötungen

       2 | Spirituelle Sterbebegleitung

    - Sterbebegleitung als Praxis des Mitgefühls
    - Präsenz und Mitgefühl im Pflegealltag
    - Das Heilige im Menschen und die tägliche Betreuung
    - Eine Meditation für geliebte Menschen, die gestorben sind
    - CDs zur Sterbebegleitung und Inneren Transformation

    - Seminarübersicht Frühling- Sommer 2008
    - Beginn einer neuen Ausbildung im  Oktober 2008
    - Internationales Seminar im Himalaya

          
    Meditation und Bewusstsein
    -
    www.findyournose.com - ein besonderes Online- Magazin Website über Meditation
    -
    Meditation- die Wissenschaft des Inneren.
    - Verlässt die Seele den Körper , wenn man stirbt? Wohin geht sie ?
    - Leben im Jetzt
    - Meditation im täglichen Leben

          Krebsbehandlung und Krebsvorbeugung
    - Krebspatienten können sich künftig in Krankenhäusern ambulant behandeln lassen
    - Lymphknotenkrebs: Diese neue Substanz wirkt deutlich besser und tötet Tumorzellen gezielt ab

     -  PALLIATIVMEDIZIN
        Umfassende Infos über neueste Behandlungsmethoden und Beratungszentren.
    -  Verbesserung der gesetzlichen Palliativversorgung seit April 2007

     3 | Bewusstsein, Ernährung und Gesundheit.
    - Neueste Erkenntnisse über Cholesterin
    - Zucker- gut oder schlecht
    - Vitamin D kann das Risiko von Bauchspeicheldrüsenkrebs reduzieren
    -
    Lernen Sie das Lebensmittel kennen, das das Prostata-Krebs-Wachstum deutlich reduzieren kann
    -
    Alkohol: Rotwein schützt das Herz – und zerstört das Gehirn

    - Impressum

Wir freuen uns über Vorschläge, Fragen und Anregungen zu allen Aspekten
von bewussten Leben und Sterben
.

Persönliche Fragen und Antworten über Leben, Sterben
und spirituelles Wachstum

Falls du eine persönliche Frage über innere Transformation oder die Begleitung Sterbender hast, die du an dieser Stelle beantwortet haben möchtest, kannst du sie uns per Email zusenden. ›››         

 

Kostenlose Hotline

Wir bieten eine kostenlose "Hotline" für seelisch-spirituelle Unterstützung in Zeiten von Trauer und in der Begegnung mit Sterben und Krankheit an. Infos : 05509-942908
Auch wenn wir vielleicht nicht immer sofort verfügbar sein werden, bist du eingeladen,
einen telefonischen Gesprächstermin mit uns vereinbaren.


1 |  Globales Bewusstsein | FREIES TIBET.


Die Aufmerksamkeit der ganzen freien Welt ruht in diesen Wochen auf dem Schicksal Tibets und der gewaltsamen Unterdrückung eines gesamten Volkes durch das Besetzerland China.

"Wir fordern unabhängige, glaubwürdige Ermittlungen in Tibet"

Sie werden überwacht, schikaniert und verhaftet: Dissidenten in China setzen sich großen Gefahren aus, um auf die Missstände in ihrem Land aufmerksam zu machen. Der Bürgerrechtler Wen Kejian berichtet SPIEGEL ONLINE von den Diskriminierungen, die Menschen in China erleben.

Artikel im Magazin Spiegel




Der kollektive Wahnsinn


Die blutige Jagd hat begonnen          
275.000 Robben zum Abschuss freigegeben

Die Jagdsaison an Kanadas Ostküste hat begonnen. Wie jedes Jahr werden auch dieses Jahr im Golf von St. Lorenz für bis zu 2 Wochen Hunderttausende Robben sinnlos ihr Leben lassen müssen. Die kanadische Regierung hat 900 Abschuss-Genehmigungen für 275.000 Tiere erteilt. Begründet wird das grausame Gemetzel mit den rückläufigen Kabeljaubeständen, angeblich durch die Robben verursacht. Im vergangenen Jahr waren nach IFAW-Informationen 224.000 Robben getötet worden, 98,5 Prozent davon seien Jungtiere unter drei Monaten gewesen. “Es wird endlich Zeit, mit diesem Unsinn aufzuhören.”, empört sich Philip McCreight, Leiter der Tierschutzorganisation TASSO e.V. Dass die Regierung in Kanada neuerdings das Leiden der Tiere verringern möchte, indem den Robben die Schlagader unter den Schwimmflossen durchtrennt werden soll, bevor ihnen das Fell abgezogen wird, beruhigt den Tierschützer gar nicht. “Die Robben sterben nur deshalb, damit das Luxusbedürfnis einiger weniger Menschen befriedigt werden kann. Eine angeblich humanere Tötung rechtfertige das keineswegs.” Bisher haben lediglich Belgien, die Niederlande und die USA ein Embargo gegen alle Robbenprodukte. Die wichtigsten Abnehmerländer sind Norwegen, Russland und China.

So können Sie helfen: Schreiben Sie an den Bundesagrarminister Horst Seehofer und protestieren Sie!

Bundestagsbüro Horst Seehofer MdB

Deutscher Bundestag , Platz der Republik 1

11011 Berlin          Email: horst.seehofer@bundestag.de

 
Evolutionäres Bewusstsein

LEBEN IM JETZT

Das Ego wird immer darauf bestehen, dass es mehr Zeit braucht. Wenn jedoch deine Absicht, dich zu entwickeln und erleuchtetes Bewusstsein zu erfahren, wichtiger für dich ist als alles andere, dann wirst du keine Zeit brauchen. Wenn Integrität in deinen spirituellen Bestrebungen ist, wirst du jederzeit bereit sein. Gute Absichten für die Zukunft schmeicheln nur dem Ego. Wenn du ernsthaft bist, ist die Zeit immer jetzt. Ohne die Absicht zu haben, es jetzt zu tun, wirst du es nicht tun. Eine Erfahrung von Bewusstsein jenseits des Egos- in einem evolutionären Kontext--wird nur möglich, wenn das Jetzt die einzige Zeit ist, die dir etwas bedeutet.

Der spirituelle Weg dreht sich für zu viele von uns lediglich um das Drama des getrennten Selbst--unsere persönlichen Hoffnungen und Ängste, Höhen und Tiefen, Erfolge und Fehlschläge. Das ist auch verständlich; früher oder später müssen wir jedoch erkennen, dass es darum einfach nicht geht. In einem evolutionären Kontext ist die persönliche Dimension unserer eigenen Erfahrung nur ein sehr kleiner Teil eines viel größeren Bildes. Das wirklich Wichtige ist immer die Evolution des Prozesses selbst. So betrachtet, stellt sich die Frage, wie viel Zeit jeder von uns benötigt, um die Unreife und ständige Selbstbezogenheit hinter sich zu lassen und weiter zu gehen. Aus einer lediglich persönlichen Sichtweise heraus wird es immer aussehen, als hätten wir alle Zeit der Welt, um mit unserer Ambivalenz und Selbstbezogenheit zu ringen und uns zu entscheiden, ob wir unser höchstes Potenzial leben wollen oder nicht. Von einer unpersönlichen, evolutionären Sichtweise aus gesehen haben wir keine Zeit zu verlieren, da die Situation immer dringlich ist. Wenn immer wir uns erlauben in einer persönlichen Krise stecken zu bleiben, wird Gott der wahre Verlierer sein und nicht wir.

Steht die Psychotherapie vor einer Spiritualisierung?


Vor einigen Wochen fand in Zürich eine Tagung zur Zukunft der Psychiatrie statt. Daniel Hell sprach von neuen Tendenzen in der Psychotherapie. Wir veröffentlichen sein Referat in gekürzter Form.

Lange bevor es eine Psychotherapie im modernen, säkularisierten Sinn gab, nahmen sich Schamanen und Heiler, später auch Mönche, Rabbis und christliche Seelsorger der psychischen Problematik von Menschen an. Seit der Antike haben sich zudem viele Philosophen als «Therapeuten» verstanden, als geistige Helfer zur Verminderung psychischer Not. Philosophische Schulen wie die Stoa beschäftigten sich nicht nur mit menschlichen Grundfragen, sondern verstanden sich auch als Weg zum Glück bzw. als philosophische Hilfe, existenzielle Not zu vermeiden oder zu vermindern.

Das Staunen und die Neugierde der klügsten philosophischen Köpfe machte nicht Halt vor menschlichem Leiden. Im Gegenteil. Es war gerade psychische Not, die sie massgeblich veranlasste, sich mit geistigen Fragen zu beschäftigen. In der Geschichte der meisten Kulturen und Religionen lässt sich eine enge Verbindung von Heil und Heilung, von geistiger oder spiritueller Einsicht und seelischem Wohlbefinden nachweisen. Konsequenterweise findet sich in der philosophischen Literatur wie in religiösen Schriften aller Zeiten ein äusserst grosser Schatz an Erfahrungswissen.

Glauben, zweifeln, Sinn suchen

Dieser Reichtum ist aber heute schwerer zugänglich geworden, zum einen, weil der philosophische oder religiöse Kontext, in dem die Berichte stehen, für viele moderne Menschen kaum mehr nachvollziehbar ist. Zum andern traut man es in der Spätmoderne eher der naturwissenschaftlich basierten Medizin oder Psychologie zu, psychische Not zu lindern, als der Philosophie oder Theologie. Konsequenterweise werden zunehmend auch Probleme an die naturwissenschaftlich orientierte Psychiatrie und Psychologie herangetragen, die nicht in ihren Zuständigkeitsbereich gehören. Existenzielle Fragen, Bewertungsprobleme, persönliche Entscheidungen oder gar existenzielle und spirituelle Krisen sind mit dem methodischen Ansatz der Naturwissenschaft nicht lösbar, weil dieser nur auf Fragen nach dem «Wie» (z. B. nach dem biologischen Funktionieren) Antwort geben kann, aber nicht auf die Fragen nach dem «Was» oder «Wozu» (Was fühle ich genau, und wozu entscheide ich mich?).

Im Zusammenhang mit der Entwicklung neuer und faszinierender neuroradiologischer und molekularbiologischer Untersuchungsmethoden ist auch in der Psychiatrie in den vergangenen Jahren ein Verlust des Geschichtsbewusstseins festzustellen. Das Hauptinteresse gilt der gegenwärtigen Krankheitssymptomatik und ihren neurowissenschaftlichen Zusammenhängen. Die biografische Entwicklung und der kulturelle Hintergrund verloren an Bedeutung. So konnte bei Medizin- oder Psychologiestudierenden der Eindruck entstehen, alle nicht modernistisch aufgeklärten Hilfsangebote seien dem Mittelalter oder anderen, längst überwundenen Kulturen zuzurechnen. Nur der technisch-naturwissenschaftliche Ansatz der Moderne sei beachtenswert. «Dass Menschen auch glauben, zweifeln und nach einem Sinn suchen, das ging in meinem Studium vor lauter neurowissenschaftlichen Gehirnlokalisationsfragen unter», sagte mir eine junge Psychologin.

Plötzlich aber scheint sich das Blatt zu wenden. Was gestern noch altertümlich war und belächelt wurde, wird zum Geheimtipp. Einige sprechen sogar voreilig von einem «Megatrend» Spiritualität. Gleichzeitig sieht sich die akademische Psychiatrie, die sich als angewandte Neurowissenschaft versteht, mit einer gewissen Ernüchterung konfrontiert. Das mag damit zu tun haben, dass trotz grossem Erkenntnisfortschritt viele Versprechungen des «Jahrzehnts des Gehirns» bisher nicht eingelöst werden konnten.

Die Unzufriedenheit wächst

Die häufigsten funktionellen psychischen Störungen wie Depressionen und Angsterkrankungen sind weder neurobiologisch aufgeklärt, noch können sie heute deutlich erfolgreicher behandelt werden als vor 20 Jahren. In der wissenschaftlichen Literatur wird die Chronizität dieser Störungen heute sogar stärker als früher hervorgehoben – was allerdings auch mit methodisch verbesserten Verlaufsstudien zu tun hat. Doch wächst die Unzufriedenheit mit dem therapeutisch Erreichten in der Psychiatrie spürbar an. Das trägt dazu bei, dass engagiert nach neuen Wegen gesucht wird. Im Vordergrund stehen nach wie vor neurobiologische Ansätze.

Anders als früher wird aber auch der Einbezug älterer spiritueller Methoden geprüft. So spricht man selbst in der Verhaltenstherapie, die besonders stark empirisch-wissenschaftlich ausgerichtet ist, von einer möglichen spirituellen Wende. Der so genannt achtsamkeitsbasierte Ansatz dieser Therapierichtung bezieht Meditationspraktiken ein. Achtsamkeit bedeutet in buddhistischer, aber auch christlicher Tradition, auf eine ganz bestimmte Weise mit seinen Gedanken und Gefühlen umzugehen. Da sich bei depressiven Menschen die Gedanken häufig verselbstständigen, lernt man in der achtsamkeitsbasierten Psychotherapie aus diesen Gedankenschleifen auszusteigen und sich mit meditativen Körperübungen besser zu verankern. Es konnte gezeigt werden, dass damit das Rückfallrisiko bei Patienten mit drei oder mehr vorangegangenen depressiven Episoden vermindert werden kann.

Zeit der Rückbesinnung

Tatsächlich lohnt sich das Ernstnehmen älterer Erfahrungen in der Psychiatrie. So zeigen historische Studien immer deutlicher, dass vieles, was gemeinhin als psychotherapeutische Entdeckung des 20. Jahrhunderts gilt, von philosophischen oder religiösen Suchern schon vor Jahrhunderten, ja Jahrtausenden angewandt wurde. Für mich persönlich war es ein ausserordentlicher Fund, in den Schriften der frühchristlichen Eremiten sowohl die Grundelemente der psychoanalytischen Depressionstheorie von Freud wie auch die Praktiken der kognitiven Verhaltenstherapie vorausgenommen zu sehen.

Das Gewahrwerden, dass in anderen und früheren Kulturen therapeutische Schätze verborgen liegen, macht es ratsam, in diesen alten Quellen nicht nur nach schon Bekanntem zu suchen, sondern sie auch dafür zu nutzen, fremdartige oder vergessen gegangene Behandlungsansätze sorgfältig zu studieren und allenfalls in angepasster Form in moderne Therapiemethoden einzubringen. So fällt etwa auf, dass die fruchtbare Auseinandersetzung der antiken Philosophie und des davon beeinflussten Christentums mit der Frage, wie in leidvollen Zeiten Menschen Trost und Gelassenheit finden, bisher für moderne therapeutische Zwecke kaum genutzt wurde, obwohl gerade viele chronisch kranke Menschen vor allem Zusprache brauchen und ihnen mit der Pathologisierung ihres Leidens nicht geholfen ist.

Die Rückbesinnung auf älteres Kulturgut des Westens und Ostens und die damit einhergehende Neuentdeckung biografischer Einflüsse auf psychiatrische Krankheitsbilder steht dabei in keinem Gegensatz zur neurowissenschaftlichen Forschung der letzten Jahre. Je mehr wir über das Gehirn lernen, desto mehr erkennen wir auch den Einfluss von Lebensumständen und Erziehung auf Gehirnfunktionen und Gehirnstruktur. Wir werden von unserem Gehirn nicht nur gesteuert, sondern wir verändern unser Gehirn ebenso durch gezieltes Üben und durch bewusste Lebensführung. Offenbar ist die Zeit reif, menschliche Grundhaltungen und kulturelle wie individuelle Wertvorstellungen wieder ernster zu nehmen. Dazu gehören auch spirituelle und religiöse Fragen, die in der Psychiatrie lange tabuisiert wurden.

Daniel Hell ist Professor für Klinische Psychiatrie und Direktor an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich.

2 |  Seelisch- spirituelle Sterbebegleitung


Abschied von Yashu

Sterbebegleitung als Praxis des Mitgefühls  

Wenn es im Umfeld des Krankenhauses in erster Linie gar nicht sosehr an Religiosität, sondern viel mehr an Menschlichkeit mangelt, welche konkreten Handlungen kann dann eine Pflegeperson oder ein Begleiter trotz seiner Ängste und Schuldgefühle setzen , um dem Sterbenden bei diesem Übergang zu helfen?

A: Ich glaube, dass wir angesichts des Leidens der Menschen, die sterben werden, und ihres Todes oft nicht viel ausrichten können, aber wir können ihnen zumindest unsere Gegenwart und unsere Aufmerksamkeit schenken.

Auf Palliativstationen misst man der Qualität der Gegenwart, des Seins, großen Wert bei . Was kann man anbieten, wenn nicht die Tiefe unseres Hierseins und die Sensibilität unserer Aufmerksamkeit , denn genau das ist es, was es uns erlaubt, eine Brücke zu dem zu bauen , der sterben wird , und was es ihm erlaubt, in Verbindung zu bleiben: in Verbindung mit sich selbst, mit den anderen, mit dem, was über ihn hinausgeht . Aus dieser Haltung heraus misst man der Qualität des Hierseins, dem Bewusstsein, in dem wir Dinge tun, enorme Bedeutung zu. Man muss nicht einmal unbedingt besondere Gesten setzen, sondern sich eher von den alltäglichen Erfordernissen leiten lassen, indem man den Schwerpunkt auf das Bewusstsein, in dem man Dinge tut, legt .

Jemanden waschen, ihm ein Bad richten, eine wundgelegene Stelle pflegen , ihm die Füße massieren oder ihn auch nur einfach im Bett umdrehen - all das kann man in dem Bewusstsein dessen tun , was dieser Mensch wirklich ist. Er reduziert sich nicht auf einen dem Verfall preisgegebenen Körper, dessen Auflösung bevorsteht, er ist unendlich mehr als dieser Körper, egal welche Worte wir benutzen - ein im Körper inkarnierter Geist, ein lebendiges Mysterium - er ist mehr als das, was wir sehen.

Wenn wir uns diesem Menschen nähern und ihn im Bewusstsein dessen , was er wirklich ist, anschauen oder berühren, dann sind unsere Gesten, unsere Blicke, unsere ganze Art und Weise, uns dem anderen zuzuwenden, von dieser Qualität der emotionalen Bestätigung, der Bestätigung des anderen, durchdrungen. Durch unsere Art zu sein können wir einen anderen Menschen spüren lassen, dass er mehr ist als das, was er uns zu sehen gibt . Das schließt natürlich Worte nicht aus, aber oft sind wir daran gewöhnt, Worte zu gebrauchen, die unangebracht zuversichtlich klingen und nicht im geringsten mit unserem wirklichen Sein übereinstimmen. Die Art und Weise , wie wir einen anderen berühren, vermag aber nicht zu täuschen . Es ist also der Pflegealltag, der die Gelegenheit bietet, dem anderen über die Berührung zu begegnen . Diese Annäherung an den anderen hat etwas Heiliges an sich.

Wenn wir zum Beispiel eine Gesichtsmassage machen - also weder eine »technische« noch eine Schönheitsmassage -, dann wollen wir zwar, dass der Kranke sich entspannt, in Wirklichkeit aber bezieht sich so eine Massage auf die »Ikone« des Menschen: Wenn wir eine Hand respektvoll und sanft auflegen und sich das Gesicht unter unseren Gesten entspannt, dann sehen wir unter unseren Fingern wie ein inneres Licht aufleuchten . Es ist, als würde die Haut der Hand antworten, die sich ihr nähert; man hat fast den Eindruck , als würde das Gesicht auf die Hand zugehen, und es ist diese Begegnung, die dieses Gefühl des Strahlens auslöst . Das ist eine Erfahrung, die jeder machen kann: Pflegehelfer und Krankenschwester genauso wie Angehörige. Etwas so Einfaches kann dem Sterbenden nicht nur Linderung verschaffen, sondern ihm auf einer viel tieferen Ebene das Gefühl geben, dass er seine innere Schönheit, die nichts mit dem »objektiven« Körper zu tun hat, wiedererlangt .

Sich des Körpers eines Sterbenden annehmen kann also wie eine heilige Aufgabe erlebt werden.

Eine respektvolle, sanfte Berührung ist ein symbolisches Äquivalent für das Öl, das in vielen Traditionen verwendet wurde, um auf die transzendentale Dimension des Körpers zu verweisen.

Es ist also möglich, den anderen so zu berühren, als würde man Gott selbst berühren. Außerdem gibt es noch eine ganze Reihe von Dingen, die eine Atmosphäre der Ruhe und des geistigen Friedens fördern: stimmungsvolle Musik, Räucherstäbchen, eine Kerze , die auf dem Nachttisch brennt . Alle diese kleinen Details tragen dazu bei , ein Klima der Ruhe zu schaffen. In der buddhistischen Tradition wird dieser Atmosphäre der Stille und des Friedens in der Umgebung des Sterbenden große Bedeutung beigemessen . Aber man kann diese Stille auch ohne all das schaffen ; es reicht eine lebendige , achtsame, stille , achtungsvolle Anwesenheit . Je mehr man an einem Menschen hängt , je mehr man seinen Tod ablehnt , desto schwieriger ist es natürlich , einfach da zu sein, in Offenheit und Stille , und desto schwieriger ist es natürlich auch , während der letzten Phase in dieser subtilen Übereinstimmung zwischen Seele und Seele , zwischen Herz und Herz bei einem geliebten Menschen Wache zu halten.

Wenn man von seinen eigenen Emotionen und seinem eigenen Kummer hinweggerissen wird , wie kann man da einfach da sein, in dieser Stille, und dem anderen helfen zu gehen?

Wenn derjenige , der einen Sterbenden begleitet, ihm dieses Klima des Friedens, diese Qualität des Da­ Seins , auf die die buddhistische Tradition so großen Wert legt, bieten will, muss er dann nicht selbst ein inneres Gleichgewicht erlangt und seine Gefühle unter Kontrolle haben? Besteht nicht die Gefahr , dass die buddhistische Lehre des Gleichmuts , der eine solche Haltung erst ermöglichen soll ,  von einem westlich geprägten Menschen nicht richtig umgesetzt wird und dieser Gleichmut in bloße Gleichgültigkeit umschlägt?

A: Gleichmut  beziehungsweise Nicht-Anhaften , die nicht mit Mitgefühl einhergeh e n, sind tat sächlich nichts anderes als Gleichgültigkeit . Des wegen ist in der authentischen buddhistischen Tradition , die der christlichen übrigens sehr nahe steht, das Nicht-Anhaften eine Vorbedingung dafür, dass das Mitgefühl wahrhaft sein kann ; es is t eine der Vorbedingungen für Liebe . Auch die Wüstenväter sagten , die Liebe erwachse aus der Stille…

Ein Wesen zu lieben heißt, einen beruhigten Geist zu haben , denn dadurch kann man ihm erlauben, das zu sein, was es in dem Moment ist, in dem es ist . Diese Vorstellung der Stille, in der wir bei jemandem verweilen, der leidet, ist also auch in der Tradition der Wüstenväter extrem wichtig, genauso aber bei den westlichen Mönchen.

Wenn jedoch das Nicht-Anhaften, das nicht mit Mitgefühl einhergeht, nichts anderes als Gleichgültigkeit ist, warum wird dann in gewissen christlichen Ritualen, bei denen zum Beispiel auch Klageweiber und ähnliches eine Rolle spielen, der Tod so dramatisiert? Sinn und Zweck ist es , das Leiden, das uns innewohnt, zu veräußerlichen. Im Judentum kann man sich die Haare raufen oder sich die Kleider vom Leib reißen, um daran zu erinnern, dass eine Trauerarbeit, sei sie nun persönlicher oder sozialer Natur, zu verrichten ist! Es ist das, was die Griechen Katharsis nannten: Katharsis als Voraussetzung dafür, in die Stille des Akzeptierens eintreten zu können .

Weiß man eigentlich wirklich , was Mitgefühl ist , wenn doch die Begriffe »Mitgefühl« und »Mitleid« so oft verwechselt werden? Was bedeuten die beiden Begriffe und was ist der wesentlichste Unterschied?

Das lateinische Wort für »Mitgefühl ist com­passio - »com bedeutet »mit, »passio« ist die Passion, die Leidenschaft. Wenn wir heute von Leidenschaft sprechen, dann denken wir sofort an eine leidenschaftliche Liebe. In Wirklichkeit heißt passio aber „mit jemandem sein“. Diese Compassio, dieses Mitgefühl, bedeutet vor dem Leiden des anderen keine Angst zu haben und es in sich aufzunehmen - aber nicht, um es festzuhalten oder sich darin zu gefallen, denn das wäre Masochismus und Selbstgefälligkeit .

Das Wichtige dabei ist die Erfahrung einer Öffnung des Herzens gegenüber dem, was der andere erlebt, ohne sich davon überwältigen zu lassen.

Ich persönlich finde , dass ein wesentlicher Unterschied zwischen dem Begriff „Mitleid“, wie er heute verwendet wird, und dem Begriff „Mitgefühl“ besteht . Im Mitleid ist da eine Mauer, die uns vor unserem eigenen Leiden schützt . Im Mitleid sind wir nicht in Kontakt mit unserem eigenen Leiden als menschliches Wesen. Wir sind derjenige, der sich - im Gegensatz zu dem, der wehrlos und leidend ist - guter Gesundheit erfreut, der sich in einer Position der Stärke befindet . Man spricht ja auch von »professioneller Wärme«. Dieser Begriff bezeichnet eine sehr defensive Haltung: Man muss gegenüber dem Menschen, der leidet, wachsam und warmherzig bleiben, gleichzeitig aber auch jener sein, der dominiert!

Eine derartige Haltung kann sich sehr schnell in etwas verwandeln, das für den Kranken absolut unerträglich ist . Wurzelt diese Wärme jedoch in jenem Teil von uns, der berührt wird und leidet, wenn er den anderen leiden sieht, ohne sich hinter irgendeiner professionellen Abwehr zu verstecken, dann empfinden wir etwas anderes als Mitleid.

»Mitleid« ist ein »mentales« Wort geworden, das den anderen zu einem äußeren Objekt macht . Am Ursprung steht aber die Barmherzigkeit, und, tiefer noch, die „Matrix“. Es handelt sich darum, jemandem mit dem Bauch zuzuhören, ihn in den eigenen Bauch aufzunehmen und darin zu tragen.

Das Leiden des anderen muss »verdaut« werden, man trägt es im Bauch; manchmal ist es wie ein Schlag, der einen trifft, und wir müssen es dann tragen wie ein Kind.

Der tiefe Sinn des Wortes Mitleid liegt darin, diese Qualität des »aus dem Bauch« in uns zu finden; wir nehmen den anderen nicht nur mit unserem Kopf oder unserem Herzen wahr, wir hören ihm mit unserem »Bauch« zu. Wir sind nicht nur im Gefühl, in der Emotion, sondern wir tragen das Leiden des anderen in uns, damit Sinn »gezeugt« werden kann .

Den anderen in sich tragen heißt auch, jenem Teil von ihm Vertrauen schenken, der in der Lage ist, dieses Leiden zu tragen. Im modernen, deformierten Sinn transportiert das Wort »Mitleid« die Vorstellung, der andere verfüge nicht über die Fähigkeit, sich dem, was ihm widerfährt, zu stellen und es zu ertragen.



Es ist oft die Rede davon, dass die „Zeit des Sterbens“ für die Familie und die begleitenden Personen, aber auch für den Kranken selbst eine besonders schwierige Phase sei. Der Faktor Zeit drückt sich dann darin aus, wie geduldig - oder ungeduldig - wir sind . Fällt es uns leichter, Geduld aufzubringen, wenn wir uns in einem Zustand des Vertrauens befinden?

Das Konzept der Geduld muss im Zusammenhang mit dem Respekt für die Zeit der Agonie, für den Rhythmus , der jedem eigen ist , gesehen werden. Wenn man tatsächlich davon überzeugt i st, dass der Kranke in der Phase unmittelbar vo r dem Tod echte Arbeit leistet , eine innere Arbeit, die ihre Zeit braucht, so fällt es einem sicher leich t er, diese Geduld aufzubringen.  

Und diese innere Arbeit geht auch dann weiter , wenn der Kranke sich im Koma befindet .

Es stimmt, dass diese Zeit für die Umgebung sehr anstrengend und schmerzlich ist, aber sie muss trotzdem respektiert werden, weil sie ganz wesentlich ist für den Betreffenden, der sie durchlebt . Ich muss da an einen Mann denken , der mehr als drei Monate im Koma lag - in einem natürlichen Koma, das nicht mit medizinischen Mitteln herbeigeführt wurde . . . Die Familie begann ungeduldig zu werden, niemand verstand diese Situation . Wir fanden heraus, dass dieser Mann eine vierzehnjährige Tochter aus erster Ehe hatte , deren Mutter dem Kind nicht erlaubte, seinen Vater zu sehen, weil sie fürchtete, dass es dies zu sehr aufwühlen würde. Nachdem wir das erfahren hatten, gelang es uns, die Mutter umzustimmen, und sie erlaubte ihrer Tochter , den Vater zu besuchen. Das Mädchen konnte dann einen Nachmittag mit ihrem Vater verbringen, mit ihm sprechen und der Pflegehelferin bei ihrer Arbeit helfen. Dieser Mann ist in der Nacht darauf gestorben .. . Es ist offensichtlich, dass es wirklich das war, worauf er gewartet hatte. Man muss daher diese Zeit unter allen Umständen respektieren, denn diese Zeit hat ihren Sinn.


Die Zeit der Geduld ist eine besondere Zeit, die Zeit des Dazwischen: zwischen der Zeit der Lebenden mit ihrem schnellen Rhythmus und der Zeit des Ewigen, der Nicht-Zeit .


Wenn wir durch eine Krankheit an ein Krankenhausbett gefesselt sind, so versetzt uns dies tatsächlich in eine andere Art von Zeit: in eine Zeit, in der wir alles haben, was wir brauchen , um uns der Prüfung des Augenblicks zu stellen, aber wir haben nichts , uns dem zu stellen, was danach kommt . Es handelt sich nicht nur darum, der Zeit Zeit zu geben; es geht vielmehr darum, der Zeit Geduld zu geben, ihr etwas wie eine Öffnung zu geben.



Müssen wir nicht lernen, die Gegenwart - ja, den gegenwärtigen Augenblick - voll zu leben, da wir ja nicht lernen können, wie man stirbt?

Ja, wir müssen von der Zeit chronos, die uns verschlingt (die Zeit der Uhren), zur Zeit ka'iros gelangen, die uns erweckt (der Augenblick, der »günstige« Augenblick). Wir haben nicht mehr die Zeit zu »werden« , aber wir haben Zeit zu sein, in der Intensität d es Augenblicks. Wir haben kein e Zeit mehr , aber wir haben Augenblicke .. . und die gilt es zu leben: günstige Augenblicke. Das JETZT.

Man kann beobachten, dass die Menschen, die zu sehr in der Vergangenheit oder Zukunft leben, nicht zum Frieden finden. Ein Grund dafür ist Angst . Die Rückbesinnung auf die Vergangenheit führt zu Nostalgie; man bedauert all das, was man nicht getan oder nicht erlebt hat . Und die Projektion in die Zukunft ist klarerweise eine Quelle der Angst , denn der Betreffende weiß sehr wohl , dass er keine Zukunft mehr hat . In seinem Innersten weiß er genau , dass der einzige Ausweg darin besteht, die Gegenwart zu leben . Das ist etwas, was man sich aber erst erobern muss, was man nicht ganz freiwillig tut, eben weil dies der einzige Ausweg ist .

Die Verengung des Universums eines Sterbenden, das Fehlen von Impulsen und Anregungen (monatelang in ein und demselben Bett in ein und demselben Zimmer mit dem immer gleichen Horizont ... ) sind letztendlich nur dann erträglich , wenn es gelingt, das voll zu leben, was sich Augenblick für Augenblick bietet .

Ich bin überzeugt davon, dass man kontemplativ wird, wenn man sich seinen letzten Momenten nähert.

Es scheint, dass diese Fähigkeit, im gegenwärtigen Augenblick zu leben, für den Sterbenden ganz wesentlich ist. Aber auch die Familienangehörigen oder die Personen, die den Sterbenden begleiten, sollten diese Arbeit vollbringen. Ist es für sie schwieriger?

Für die Menschen in der Umgebung des Sterbenden ist es sicherlich sehr schwer, denn sie leben nicht in der gleichen Zeit . Während sich der Sterbende in einer besonderen Zeit befindet, in einer »aufgehobenen« Zeit, lebt die Umgebung in der chronologischen Zeit, die eine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft hat .

Eines der Hindernisse für die Kommunikation mit einem Menschen, der sterben wird, besteht gerade darin, dass wir uns nicht in der gleichen Zeit wie er befinden . Hier ein Beispiel für diese Diskrepanz: Oft sind die Pflegepersonen frustriert, weil sie nicht genug Zeit haben , sich um den Kranken zu kümmern. Würden sie aber lernen, dieses Jetzt zu leben - könnten sie also während der kurzen Zeit, die sie zur Verfügung haben, wirklich mit dem anderen sein -, dann befänden sie sich in Einklang mit der Zeit des Kranken und würden nicht mehr dieses Gefühl der Frustration erleben.


Die Gegenwart ist etwas sehr Physisches. Erst nach einer langen Reise kommen wir dort an, und manchmal ist unser Körper »dieses Land, in dem man nie ankommt«. Aber auf eine gewisse Weise zwingt uns die Nähe des Todes, da zu sein , in unserem Körper zu sein. Die Frage ist schlicht und einfach : »Wie können wir vollkommen "Dasein" , ohne uns von diesem Da einsperren zu lassen?«

Ist diese Präsenz - dieses Hier- Sein , dieses Im- Augenblick- Sein - etwas, was uns helfen kann loszulassen?

Ich erinnere mich an eine Frau , die eine schwere Angstkrise durchmachte . Sie klammerte sich an mich, und ich hätte von diesem Strudel der Angst mitgerissen werden können. Niemals habe ich deutlicher gefühlt, wie beruhigend sich dieses Da- Sein (ein ruhiges, offenes, aufnehmendes Da -Sein) auf den anderen auswirkt . Ich habe sehr konkret gespürt, dass meine Gegenwart die Frau wie mit einer schützenden Haut umgab und verhinderte, dass die Angst ausuferte.

Nach einer Weile ist sie eingeschlafen . Ich blieb bei ihr und wachte bei ihr wie eine Mutter, die bei einem schlafenden Säugling wacht . Dann ist sie aufgewacht und hat mir erzählt, was sie soeben geträumt hatte:

Es war Nacht, sie befand sich in einem schwankenden Boot auf einem dunklen, bewegten Meer, aber das Boot war solide gebaut und trug sie, und trotz des Unwetters fühlte sie sich sicher. Dieser Traum illustriert auf sehr anschauliche Weise , was bei einer Sterbebegleitung passiert. Wir können nicht verhind ern, dass der andere Angst verspürt, aber wir können sie eindämmen und das Gefühl vermitteln , trotz allem getragen zu sein. Dies kann ihm vielleicht helfen loszulassen.

Was mich betrifft, so denke ich oft daran, welch es Geschenk man einem Menschen allein damit machen kann , daß man sich still zu ihm setzt und dabei ruhig atmet . Aber es ist auch wichtig, ein Wort zu sagen , das es ihm erlaubt, sich nicht mit der Gesamtheit seiner vergangenen Handlungen zu identifizieren: ­ein Wort des Vergebens.

Wie der spirituelle Lehrer Osho betont , besteht das Drama des modernen Menschen darin, dass er kein Bewusstsein besitzt, das größer wäre als sein eigenes Bewusstsein. Wer würde nicht gerne das Wort hören , das ihm in Erinnerung ruft: »Wenn dich auch dein Herz, dein Gewissen, dein Leiden und deine Diagnose verdammen, so gibt es doch etwas in dir, das größer ist als du, das liebender ist als du; es existiert in dir eine Realität, die dir vergibt . «

Wie kann dieses Mitgefühl in der Praxis des Pflegealltags gelebt werden? Was kann man tun, damit man sich vom Leiden des anderen nicht mitreißen läßt?

Die Frage, wie man Mitgefühl leben kann, ohne sich vom Leiden des anderen mitreißen zu lassen, wirft die Frage auf, was wir unter der »angemessenen Distanz« verstehen: weder zu nah noch zu distanziert. Wie kann man präsent bleiben , ohne sich mit dem Leiden des anderen zu identifizieren oder sich von ihm anstecken zu lassen, aber auch ohne schützende Barrieren aufzubauen, die eine Begegnung unmöglich machen und eine Verarmung der Beziehung bewirken?


Man kann gegenüber demjenigen, der leidet, eine Haltung von Offenheit und innerem Mitschwingen einnehmen und ihm dadurch sehr nahe sein und trotzdem die rechte Distanz wahren.

Diese Distanz ist dann aber eine innere Distanz gegenüber unseren eigenen Gefühlen, eine Distanz zwischen mir und mir und nicht eine Distanz zwischen mir und dem anderen. Anders ausgedrückt: Es handelt sich nicht so sehr um eine Technik, sondern um eine innere Arbeit . In dem Maße, in dem wir nicht Angst davor haben, uns auf Momente der Trauer, der Trennung, der Krise einzulassen; in dem Maße , in dem wir selbst an dieser Frage des Verlusts arbeiten , in dem Maße werden wir vielleicht weiser und begegnen der Unbeständigkeit des Lebens mit größerem Vertrauen. Wir lernen in die innere Stille, in das innere Schweigen hineinzufinden , in diesen Ort tief in uns drinnen, in dem wir alle Ängste und Gefühle sein lassen können. Das ist ein Ort des Friedens, der auch im anderen existiert, auch wenn er in diesem Augenblick verdunkelt erscheint .

Dann können wir dem nahe bleiben, der in seiner Verzweiflung gefangen ist, ohne mit ihm unterzugehen, denn wir haben Vertrauen in die Bewegung der Dinge an sich, die ihn seine eigene Nacht wird durchqueren lassen .

Dies macht einmal mehr deutlich, wie notwendig es ist, sich auf seine persönliche Bewusstseinsarbeit einzulassen, bevor man sich in der Sterbebegleitung engagiert .

Und noch etwas anderes wird klar: Solange die Ärzte, die Pflegepersonen und all jene, die vielleicht einmal einen nahestehenden Menschen in seiner letzten Lebensphase begleiten, nicht selbst diese innere Arbeit in Angriff nehmen - und diese Arbeit besteht darin, sich auf seine eigenen Ängste, auf seine eigenen Verletzungen einzulassen , sie aufrichtig zu betrachten, es wagen , sie zu te ilen , und zu fühlen , wie man sich durch sie weiterentwickeln kann - , bleibt ihnen überhaupt keine andere Wahl , als angesichts des Sterbenden Abwehrstrategien zu entwickeln. Das ist nur allzu verständlich, denn es geht ja um ihr psychisches Überleben! Aber diese Strategien sind nichts als Konstrukte . Letzten Endes wird man müde, sie immer wieder zu verstärken, vor allem wenn einem bewusst wird , welch tragische Verarmung in den zwischenmenschlichen Beziehungen sie nach sich ziehen.

Gleich, welche Tradition man betrachtet - die buddhistische oder die christlich-jüdische -, die Haltung des Mitgefühls ist allgegenwärtig. Und man sieht, wie wichtig es ist, sich nicht vom Leiden des anderen mitreißen zu lassen, wenn man sich diese Haltung des Mitgefühls bewahren will.

Existieren in den einzelnen Traditionen spezielle Rituale, die dem Begleitenden helfen können, dieses Gleichgewicht zu finden?

Selbstverständlich, jede Tradition hat ihr Ritual . Was aber in den östlichen Traditionen interessant ist, ist die Tatsache, dass sie Praktiken entwickelt haben, die einem helfen, seine Mitte zu finden und gut geerdet zu sein. Wie kann man »mit« jemandem sein, ohne sich zu verlieren? Wie kann man die rechte Distanz finden? Wie kann man weder getrennt noch überwältigt sein? Es ist der Atem, der uns dabei helfen kann. Genauer: die Achtsamkeit gegenüber dem eigenen Atem. Ist nicht der Atem das, was uns mit anderen Menschen verbindet, ohne dass wir uns im anderen verlieren? Ein gutes Beispiel für eine Praxis, die es uns erlaubt, eine mitfühlende Haltung einzunehmen, ohne uns vom Leiden des anderen hinwegreissen zu lassen, ist die buddhistische Praxis des Tonglen. (Atisha´s Meditation, CD 2001).

Man weiß, wie wichtig es ist, in der Umgebung eines leidenden Menschen möglichst jede Form von Belästigung zu vermeiden. Dabei handelt es sich nicht nur um Belästigung durch Lärm oder Emotionen, sondern auch um Belästigung durch die eigenen Gedanken. Wie kann man also ohne Angst das Leiden des anderen entgegennehm en, aber nicht , um es festzuhalten und sich darin zu gefallen , sondern um es zu verwadeln? Wie kann man dem anderen einen Teil der Last, die er tragen muss , abnehmen und ihm ein bisschen Frieden und Mitgefühl zut eil werden lassen? Der Begriff Tonglen bedeutet »geben und nehme n «. Diese Bewegung des Annehmens und Gebens kann dann stattfinden , wenn wir uns unseres eigenen A tems gewahr sind .

TongIen ( Atisha´s Meditationstechnik) ist eine Übungsmethode, die mit dem Atem verbunden ist . Ich muss zuerst meine Ängste, meine Spannung, meine Müdigkeit ablegen. Dann nehme ich beim Einatmen das Leiden des anderen in mich auf. Ich behalte dieses Leiden aber nicht, denn es ist ja nicht mein Leiden, sondern gebe es beim Ausatmen weiter, ich übertrage es in gewisser Weise an et was, das größer ist als ich. Anschließend atme ich Licht, Kraft und Frieden aus, um sie an den Kranken, den ich begleite, weiterzugeben. Es kommt also zu einer »Transfusion von Gelassenheit. Aber diese Gelassenheit gehört nicht dem, der sie gibt . Sie fließt durch ihn hindurch und stammt von dem oder denen, die er beim Sterbenden anruft. Man könnte sagen, daß der Begleitende in diesem Moment selbst begleitet ist . Er kann dabei auch das, was man im buddhistischen Kontext eine Gottheit nennt, visualisieren, also mit einer Wohlwollen ausstrahlenden Vorstellung arbeiten.

Das ist genau das, was auch die Christen immer dann machen, wenn sie beten oder einen Heiligen, die heilige Maria oder ihren Schutzengel um Hilfe anrufen - wenn sie also die Gemeinschaft der Heiligen anflehen, die eine Art unsichtbare Solidargemeinschaft darstellt .

Es handelt sich tatsächlich darum, große Bilder, große Archetypen anzurufen, die das spirituelle Unbewußte des Kranken bewohnen . Aber nicht einmal das ist unbedingt notwendig. Entscheidend ist, dem Leiden des sterbenden Menschen nicht das eigene Leiden hinzuzufügen. Es geht darum, angesichts der Angst des anderen frei von Angst zu bleiben .
Aber diese Übertragung von Gelassenheit setzt voraus, daß derjenige, der einen Sterbenden begleitet, selbst im reinen ist mit seinen Ängsten.
Diese Übung des Mitgefühls ( Atisha´s Meditation) ist ein wahrer Friedensstifter. Sie beruhigt das Denken, und allein die Tatsache, ruhig an der Seite eines leidenden Menschen zu atmen, kann ihm beträchtlich helfen. Dieser Prozeß des Austausches geschieht von Atem zu Atem, von Herz zu Herz, von Unbewußtem zu Unbewußtem. Dabei handelt es sich viel mehr um eine Qualität des Seins als irgendeine besondere Kompetenz.

Man muß übrigens wissen, daß dieser Prozeß nicht immer von dem Menschen, der begleitet, ausgeht.

Manchmal ist es der Mensch, der stirbt, der uns diese Qualität des Seins schenkt . Viele Sterbende legen uns gegenüber eine geradezu unvorstellbare Feinfühligkeit an den Tag. Es ist nicht nur, daß sie uns ihr Leiden nicht zeigen wollen, damit nicht auch wir leiden: Sie helfen uns.     
Infos zur Atisha´s Meditation CD 2001- Transformation und Mitgefühl


Das Heilige im Menschen und die tägliche Betreuung

Das Transzendente und Geheiligte muss im Herzen des Menschen selbst gesucht werden : Wir müssen lernen , sie im Innersten unserer selbst, im Innersten des anderen zu erkennen. Es ist der Mensch an sich, der geheiligt ist! Es ist die zwischenmenschliche Begegnung, dieses Menschen verbindende Band , das geheiligt ist!

Man merkt genau , dass sich der Raum des Geheiligten, wenn er aus dieser Perspektive gesehen wird, verändert: Er wurzelt im Menschen, er gehört dem Bewusstsein eines jeden Menschen .

Können gewisse Gesten und Haltungen , die eine andere Qualität spüren lassen, gegen den Konformismus in der Medizin beziehungsweise im Krankenhaus verstoßen und daher Gefahr laufen , falsch interpretiert zu werden?

A: Es wird immer Menschen geben, die diese Qualität der Präsenz nicht  aushalten - von der man weiß, dass sie »geheiligt« ist , auch wenn es nicht notwendig ist, sie als solches zu bezeichnen.

Das sind die Menschen, die darunter leiden, dass man ihnen nie mit einer Haltung, die diese Qualität verkörpert , begegnet ist . Sie wurden nie wirklich in ihrem Sein gewürdigt . Sie sind die ersten , die kritisieren , sich destruktiv äußern und die Haltun g ihrer Kollegen feindselig interpretieren . Sie verstecken sich hinter dem konformistischen Konsens, der verlangt, dass Pflegepersonen sich auf ihre t echnische Kompetenz beschränken und sich nicht auf Beziehungen mit den Kranken einlassen dürfen .

Wie geht man im Kontext eines Krankenhaus es mit dieser Dimension des Geheiligten um?

A : Einerseits existiert ein materialistischer Konsens - das gilt für die Krankenhäuser, deren Gegenstand der Pflege der kranke Körper und nicht die menschliche Person ist . Andererseits gibt es einen spirituellen humanistischen Konsens, wie etwa in der Bewegung der Palliativpflege und der Sterbebegleitung. Das Wort »Konsens« bedeutet übrigens »gemeinsam fühlen«.

Wenn mehrere Personen in einem Krankenhausteam in ihrem Inneren spüren, dass der Kranke »geheiligt« ist, dass er ein lebendiges Mysterium ist, das respektiert und geehrt werden muss, dann wird die Pflege auch von einer Qualität der Liebe getragen sein , die es erlaubt, voller Aufmerksamkeit zu sein, ohne etwas zu erwarten oder vom anderen zu verlangen, und die sich an der einfachen menschlichen Begegnung erfreut, ­ an dieser Freude, zu lieben und geliebt zu werden.

Eine Ebene , auf der man diese Dimension des Seins respektieren und achten kann, ist alles, was einen Kontakt , also die Berührung des Körpers , mit einschließt . Wie wir bereits gesagt haben , können wir einen »Körper« berühren , als wäre er bereits der Leichnam, der er tatsächlich bald sein wird . Wir können aber auch die beseelte Leiblichkeit berühren, die jenseits des Sichtbaren die Essenz des Wesens darstellt . Die Unterscheidung zwischen dem Körper, den man hat , und dem Körper , der man ist - also zwischen dem substantiellen, objektiven Körper und der beseelten Körperlichkeit, ist eine sehr nützliche Unterscheidung, aber man muss sich erlauben, sie zu leben, und es wagen, sich dem anderen über die alltäglichen Gesten mit Respekt und Zärtlichkeit zu nähern.

Du sagst, es sei die Art und Weise, wie man sich einem anderen nähert oder etwas tut, die einer Handlung ihren »geheiligten« Charakter verleiht. Wie kann man das im Alltag der Krankenpflege und Begleitung denn überhaupt verwirklichen?

A: Alle diese profanen Handlungen der täglichen Betreuung können einfach durch das Bewusstsein, das wir in unsere Gesten, in unsere Worte und Blicke legen und die das Gewebe unserer Begegnung bilden, in geheiligte Momente verwandelt werden. Abgesehen von diesen profanen, notwendigen Riten, die das Leben des Kranken markieren, können wir auch eine „Bewusste Präsenz“ einnehmen, die Momente des Wohlgefühls, der Freude, der Entspannung, des Einsseins vermitteln.

Ich habe versucht, versucht, einen Weg zu finden, Rituale einzuführen, die sowohl Momente der affektiven Bestätigung für den anderen (eine Anerkennung seiner wesenhaften Dimension) als auch Momente des Friedens, der Beruhigung des in seinem Wesen leidenden Kranken sind. Viele Pflegepersonen praktizieren Massage zur Steigerung des Wohlbefindens oder zur Entspannung. Trotz ihres guten Willens führen sie sie oft viel zu mechanisch aus; der Kranke wird zu sehr zum Gegenstand .

Berührung und Annahme

Wir haben gemeinsam versucht herauszufinden, wie man nicht den Körper als Gegenstand, sondern den »inneren« Körper, die Person in ihrer Essenz, berühren kann. Wir haben versucht, Wege zu finden, den anderen mit unendlicher Achtung, mit einer Zärtlichkeit, die ihn beruhigt und ihm Sicherheit gibt, zu berühren . »Ich nehme dich auf als der Mensch, der du bist, und ich bin für dich da.«

Wenn sich unsere Hand auf irgendeinen Teil des Körpers legt - bei einer ganz sanften Massage des Gesichts, der Schulter, des Sonnengeflechts, der Knie, der Füße oder der Hände - , kann sie sich so dem Körper nähern, dass der andere das Gefühl bekommt , es wäre die Hand, die spricht und sagt : „Ich nehme dich auf , und ich bin da“.

Berührt man jemanden auf diese Art und Weise, dann fühlt der Mensch, dass man ihm in seinem ganzen Wesen begegnet, und er findet unmittelbar Zugang zu seiner Ganzheit, gleich wie schlecht sein körperlicher Zustand auch sein mag.




                                                  Abschied nehmen
Seelisch- Spirituelle Transformation im Sterben

Eine Meditation für geliebte Menschen, die gestorben sind

- von Tulku Thondup -

Die folgende Meditation beruht auf buddhistischen Prinzipien, ist aber darauf zugeschnitten, universell und jenseits aller begrenzenden Religionen angewandt zu werden.
Am Himmel über Dir, stell dir vor, dass du die universelle Quelle allen Segens in der Form von Lichtwesen siehst. Diese Wesen von großer Schönheit und völliger Offenheit senden warme und freudvolle Lichtstrahlen mit Liebe in alle Richtungen.

Sieh, dass Strahlen dieses segnenden Lichts von der Quelle allen Segens ausgehen. Diese segnenden Lichtstrahlen füllen die ganze Atmosphäre mit einem Gefühl tiefen Friedens und Freude, die alle Dunkelheit von Verwirrung, Traurigkeit und Furcht vertreiben.

Höre den singenden Klang von feierlichen Worten, Klängen oder Gebeten, die die Atmosphäre wie eine Symphonie erfüllen. Fühle die grenzenlose Freude, den überwältigenden Frieden und die völlige Offenheit, die von den Vibrationen dieser Klänge erschaffen werden.

Denke und fühle, dass die/ der Verstorbene die wunderbaren segensreichen Lichter sieht, die beruhigenden Klänge hört, und die grenzenlose Liebe, den Frieden und die Offenheit fühlt, die Qualitäten des segensreichen Lichts des universellen Bewusstseins, der Einheit allen Lebens.

Zum Abschluss fühle, dass du und die/ der Verstorbene in einem untrennbaren Zustand verschmelzen, im Schoss des grenzenlosen Lichts völligen Friedens und Freude. Ruhe und entspanne dich darin so lange, wie du kannst. Praktiziere dies wieder und wieder.

Hin und wieder drücke deine authentischen Wünsche aus, indem du sagt oder denkst: “ Möge ( Name des /der Verstorbenen) jetzt eins sein mit diesem segnenden Licht, und sich an dem Frieden und der Freude erfreuen, jetzt und in allen zukünftigen Leben“.

Meditation in der Sterbebegleitung


Die besonderen Bedingungen von Transformation ( Fortsetzung)

"Von allen Achtsamkeitsmeditationen ist die über den Tod die höchste." - Gautama Buddha

In unserer Zeit und tatsächlich auch während der letzten Jahrhunderte haben es relativ wenige Menschen geschafft, über die Ebene des Ego, des persönlichen Bewusstseins, hinauszugehen. Die Ebene des mentalen Ego scheint eine schwierige Ebene zu sein, um sie zu transzendieren. In seiner Selbstsucht ist es gleichzeitig so schlau und so blind. In seiner Kraft hat es die Fähigkeit, die Strukturen der Unterdrückung des wirklichen Selbst aufrecht zu erhalten, manchmal sogar noch, wenn es offensichtlich sichtbar wird, dass diese Strukturen, diese Abgrenzungen, die Ursache von Leiden sind.

Es scheint, dass besondere Umstände zutreffen müssen, besondere Situationen eingetreten sein müssen, und besondere Bedingungen vorhanden sein müssen, damit Transformation geschehen kann . Die Entfaltung eines transpersonalen Bewusstseins aus der Identitäts-Ebene des getrennten Selbst heraus erfordert eine Energie, die über die Energie hinausgeht, die dem mentalen Ego erlaubt, in seiner Stagnation zu verbleiben.

Das System braucht für eine Änderung des Zustandes zusätzliche aktivierende Energie . Gurdjieff spricht über diese zusätzliche aktivierende Energie als einem "Schock". Aktivierende Energie ist die Energie, die einem System hinzugefügt wird, die es so verändert, dass eine Transformation beginnt. Dies ist eine machtvolle Energie. Die spirituellen Praktiken aus verschiedenen Traditionen, auch "geschickte Hilfsmittel" genannt, die den Übergang in transpersonale Bereiche zulassen, stellen solche auslösende Energien dar. Sie sind die "geschickten Hilfsmittel" oder Katalysatoren der Transformation.

Jedes "geschickte Hilfsmittel", das sich durch die Jahrhunderte hindurch in den Weisheitstraditionen entwickelt hat, stellt einen Weg zum Einheitsbewusstsein oder zur Göttlichen Erkenntnis dar.
Jedes "geschickte Hilfsmittel" ist ein Weg, den die Buddhisten als Dharma bezeichnen, oder die Wahrheit. Darüberhinaus sind die Hifsmittel, die in jeder Tradition entwickelt wurden, auch wenn sie oberflächlich gesehen verschieden sind, auf ihrer grundsätzlichsten Ebene einander so ähnlich, dass sich folgern lässt, dass es eine grundsätzliche, darunterliegende und unveränderliche Abfolge von Schritten im Prozess des sich öffnenden oder sich entwickelnden Bewusstseins gibt.


Sie enthüllen den gleichen Weg nach Hause. Diese geschickten Hilfsmittel beschreiben den inneren Pfad in das Jenseitige. "Die Wirklichkeit, so wie alle Einsichten und Erfahrungen, ist buchstäblich unbeschreiblich, aber sie kann dennoch indirekt angedeutet werden, indem man Regeln aufstellt, ein Experiment, das- wenn man ihm vertrauensvoll und rückhaltslos folgt- in diese Erfahrung einmündet: die Wirklichkeit".


Der Prozess, wie diese geschickten Hilfsmittel wirken, ist ziemlich einfach. Jedes geschickte Hilfsmittel frustriert die Identität der Bewusstseinsebene, die zur Transformation angeboten wird. Die Anwendung der geschickten Hilfsmittel bringt auslösende Energien in das System des Selbst und erlaubt so eine Ausdehnung des Bewusstseins. Durch die Frustration der gegenwärtigen Ebene der Identifikation zwingt ein geschicktes Hilfsmittel das destabilisierte Bewusstsein, durch die transformativen Bereiche zu gehen, über die wir hier später mehr erfahren werden.

Denk zum Beispiel an die Zenpraxis des "einfach nur Sitzens". Es kann die Hölle in einer persönlichen Identität auslösen, die vor allem von einem vollen Terminkalender aufrechterhalten wird. Stell dir die mentale Qual vor, die Verrenkungen, die inneren Schreie, die Frustrationen, die Flüche, die Angst, und die Traurigkeit, die unser Denken erfahren würden, wenn wir unsere Körper zwingen würden, "einfach nur 14 Stunden am Tag ununterbrochen still zu sitzen".

Ein geschicktes Hilfsmittel , auch wenn es anfänglich Schmerz und Furcht auslöst, ist ein Weg aus dem Schmerz und der Angst des getrennten Selbst hinaus . Es bietet uns Mittel und Wege an, um die Abgrenzungen aufzulösen, die wir erschaffen haben, und die Wunden zu heilen, die von diesen Abgrenzungen verursacht wurden. Die Heilung geschieht in der Erfahrung des Schmerzes der Abgrenzungen.

Das Beharren auf geschickte Hilfsmittel macht eine aktivierende Energie im System verfügbar, die Transformation geschehen lässt. Alle geschickten Hilfsmittel beinhalten die Qualität der Aufmerksamkeit, und es ist genau diese Qualität der Aufmerksamkeit, die diese aktivierende Energie ist.

Von dem Wendepunkt, an dem das Ego "besondere Umstände" annimmt, kann sich die Entwicklung natürlicherweise in die höheren, umfassenderen und subtileren Dimensionen des Bewusstseins entfalten, von denen jede von einer Verfeinerung und Vergrösserung von Fähigkeiten und Sein angedeutet wird.
Die besonderen Bedingungen, die wir auf jede Bewusstseinsebene anwenden können, um seine Transformation auf die nächst höhere Bewusstseinsebene zu ermöglichen, sind eine Widerspiegelung der Qualitäten, die ein Mensch auf dieser nächsten Ebene besitzt. Sie sind genau jener Ausdruck des natürlichen Seinszustands und Wissens, die genauen Merkmale, der nächsten Ebene. Wenn wir die Merkmale der nächst höheren Ebene als die besonderen Bedingungen unseres gegenwärtigen Zustands in unser Leben aufnehmen, wird unser Widerstand gegen diese tiefere Ebene offengelegt, frustriert und untergraben. Wir gehen in die tiefere Ebene ein.

Offenlegung, Frustration und die Erfahrung, untergraben zu werden, sind die verfeinernden Qualitäten der Erfahrungen in den transformierenden Bereichen. Das Verstehen, dass wir in die nächste Bewusstseinsentfaltung eingehen, indem wir die Bedingungen annehmen, die der natürliche Ausdruck genau jener nächsten Ebene sind, ist eine Einsicht von beträchtlicher Tiefe. Es ist auch die Einsicht einiger zeitgenössischer Bewusstseins-Forscher.

Die Praxis und das Ziel sind das gleiche. Um in die nächste Bewusstseinsebene einzugehen, beschränken wir unser Sein auf die Ausdrucksweise, das natürliche Verhalten jener nächsten Ebene. Unsere spirituelle Übung ist die Nachahmung des Ausdrucks einer tieferen und umfassenderen Bewusstseinsebene, mit Absicht und mit Verlangen, solange bis die Nachahmung Wirklichkeit wird. .. wird fortgesetzt.                       - Veetman
 

Meditation- Wissenschaft des Inneren


Verlässt die Seele den Körper , wenn man stirbt? Wohin geht sie ?

Diese ganze Denkweise - dass da etwas zurückbleibt und etwas verschwindet - ist irreführend. Der grobe Körper , den wir kennen, ist nur ein Saatkorn , eine äußere Schale . Es gibt auch feinere Körper , sie hüllen die Seele weiter ein , selbst wenn sie den Körper verlässt . Diese Körper sind ebenfalls Teile von dir. Der Körper , der jetzt mit mir ist, ist Teil des Universums aber weil wir unser Selbst für das unsrige halten , entsteht das Problem: wo hört mein Körper auf ? Wenn du tief in diese Frage hineingehst, erkennst du , dass das ganze Universum Teil von dir ist, Teil von deinem Körper.

Wenn zum Beispiel die Sonne in diesem Augenblick erlöscht, kann dein Körper nicht weiter existieren. Er könnte nicht ohne den Ozean leben, er könnte nicht ohne die Atmosphäre leben. Dein Körper ist nur ein Teil, ein sich ständig verändernder Teil des Universums. Wenn die Sonne aufgeht , geht in dir etwas auf . Wenn die Sonne untergeht, geht in dir etwas unter. Wenn der Mond am Himmel steht, bist du ein anderer, wenn er verschwindet , bist du wieder ein anderer. Dein Körper steht in einer ständigen dynamischen Wechselbeziehung zum Ganzen . Wo du auch bist - gleich in welchem Zustand - bist du in einem Körper . Für jeden Körper, den das Universum dir wegnimmt, gibt es dir einen anderen - außer du wirst bewusst zum ganzen Universum : jetzt brauchst du keinen Körper mehr, denn das Universum selbst hat keinen Körper . Alles Einzelne braucht notwendigerweise einen Körper.

Aber wo hört dein Körper auf, und wo fängt er an? Das ist ein Problem, ein vieldimensionales Problem . Dein Körper hätte ohne den Körper deines Vaters nicht existieren können. Dein Körper ist Glied einer langen Kette, einer ewigen Kette. Dein Körper existiert in den Bäumen, im Meer, in allem. Er ist ein Kosmos im Kleinen, verknüpft mit jedem Element des Ganzen. Unsere Sprache ist sehr grob und begrenzt. Wenn wir sagen, dass "die Seele den Körper verlässt " , führt das daher zu einer falschen Vorstellung.

Die Seele geht in den Körper des Universums ein, aber das Universum gibt ihr ständig einen neuen Körper. Mit dem Körper, den du zurückgelassen hast , bist du immer noch in Verbindung - weil das Ganze mit dir verknüpft ist. Du schwimmst im Meer: ein Stück Meer hast du schon hinter dich gebracht, indem du bis hierher geschwommen bist, aber der Teil, den du hinter dir gelassen hast , gehört nach wie vor zum Meer , in dem du jetzt schwimmst . Das Meer ist eins, und du schwimmst darin so wie der Fisch, der aus dem Meer geboren wird und sich im Meer auflösen wird. Ein Fisch ist nichts weiter als das Meer selbst , ein Stück kondensiertes Meer , das sich bald wieder im Meer auflösen wird.

Unsere Vorstellung vom "Ins-Leben-Treten" und " Aus­dem-Leben-Scheiden" ist primitiv. Du kannst aus diesem Universum nicht ausscheiden. Und wohin du auch gehst ­das Universum ist für dich wie ein Körper. Dein Körper ist nicht nur dein Körper.  Er ist eine große Gemeinschaft von vielen Seelen. "Du" bist nur eine davon . Jede Körperzelle hat eine Seele, und jeder Körper hat siebzig Millionen lebendige Seelenzellen. Eine lebendige Zelle in dir ist sich deiner nicht bewusst.

Dein Körper ist eine Menge von vielen, vielen Seelen, die alle in einer Riesenstadt wohne n, und du bist von all diesen Seelen nur eine. Jeder Teil von dir ist eine eigenständige Seele, die ohne dich leben und wachsen kann, die ohne dich lieben und sich vermehren kann; du bist dazu nicht nötig.

Wenn du den Körper also verlassen hast, ist der Körper nach wie vor etwas Lebendiges. Die zentrale Seele ist zwar fort, aber es gibt viele Millionen Zellen , die immer noch in diesem Körper leben und sich schließlich zu einem menschlichen Wesen - genau wie du - entwickeln können . Es ist also eine komplexe Sache.

Aber eines ist gewiss : nichts ist tot; wir gehören zum Ozean des Lebens, wir sind Lebendigkeit. Das erscheint uns unvorstellbar , weil wir das Universum immer nur von einem bestimmten Blickpunkt aus sehen. Dieser Blickpunkt verzerrt alles .

Wenn sich dieser Blickpunkt auflöst - wenn es kein Ego mehr gibt, mit dessen Augen du alles siehst - dann lässt sich nicht mehr sagen , dass du, wenn du stirbst, " irgendwo hingehs t ". Du warst, du wirst weiter sein . Obwohl sich alles auflöst, löst sich in Wirklichkeit nichts auf . Nichts endet.

Aber das ist erst zu erkennen, wenn es kein Ego gibt , das sagen kann: "Das bin ich . "

Wir halten uns für den Nabel der We lt , ganz so , wie die gesamte Menschheit früher glaubte , die Erde sei der Mittelpunkt des Alls . Aber sogar die Wissenschaft hat bewiesen, dass es nicht so ist. Der Tr ugschluss, dass die Sonne sich um die Erde drehe, ist genau der gleiche Trugschluss, der uns über uns selbst täuscht . Es sieht so einleuchtend aus, sogar heute noc h , obwohl wir doch wissen , dass es nicht stimmt :

Für das bloße Auge scheint sich die Sonne um die Erde zu drehen !

Das gleiche spielt sich auch tief in uns ab . Spirituell sind wir genau so erdgebunden, ego-gebunden : Alles scheint sich um das Ich zu drehen . Es ist ein Trugschluss . In Wirklichkeit kreist du im Universum. Du bist Teil von ihm; etwas anderes kannst du nicht se in . Was auch immer du vom egozentrischen Blickpunkt aus denkst - es stimmt nicht. Für mich bedeutet " richtig " und " falsch " etwas anderes.

Für mich ist alles, was davon ausgeht, dass das Ich der Mittelpunkt sei, falsch ; und alles , was das Nicht-Ich zur Mitte hat , richtig . Und solange du nicht mit dem All-eins wirst , so lange sich dein Ego nicht auflöst , siehst du die Dinge nicht r ichtig .                                               -  Osho

Unsere Buchempfehlungen :

Osho, Das Buch Vom Leben und vom Sterben 

Osho, Tod - der Höhepunkt des Lebens. Ausgewählte Texte zum Thema Leben, Tod und Sterben 

 
Meditation- die Wissenschaft des Inneren



 Was ist Meditation?   

Wenn du ein erfüllteres Leben leben möchtest, wirst du zuerst herausfinden wollen, was dein Potential ist – wer du wirklich bist. Und der Weg, um das herauszufinden, ist Meditation, die Wissenschaft der Bewusstheit.

Die Schönheit der inneren Wissenschaft besteht darin, dass sie jeden, der im Innern forschen und experimentieren möchte, befähigt, dies alleine zu tun. So entsteht keine Abhängigkeit von äußeren Autoritäten, man braucht keiner Organisation angehören und keine bestimmte Ideologie übernehmen. Hast du die einzelnen Schritte erst einmal verstanden, dann kannst du den Weg auf deine eigene individuelle Art gehen.    Fragen über Meditation

        

 

Seelisch-spirituelle Sterbebegleitung.  Neuer AusbildungsbeginnOktober 2008

Neuer Beginn der Ausbildung
Seelisch-spirituelle Sterbebegleitung  Teil I

7. - 12. Oktober 2008

Ausbildung Teil 2
Seelisch-spirituelle Sterbebegleitung Teil II
15. - 20. Juni 2008

oder 2.- 7. Dezember

Fragen an Veetman
über seine Arbeit  in der spirituellen Sterbebegleitung

Ein besonderes Angebot:

Alle CDs zur Sterbebegleitung als Set
zum Preis von 125.-  
  ( Einzelpreis 151.-) 
      

Der Set umfasst folgende CDs
:

2018 | Transformation im Leben und Sterben, 3 CDs      
2003 b | Die 8 Stadien der Auflösung im Sterben
2001 | Bewusstes Mitgefühl , 2 CDs
2019 | Akzeptieren und Loslassen
2020 | In Liebe sterben
2021 | Die Kunst der Lebensrückschau    
2025 | Desidentifikation vom Körper

   

Unser umfangreiches CD-Programm  über Heilung im Leben und Sterben
und   Seelisch- spirituelle Sterbebegleitung

Seminartermine Frühjahr Sommer 2008     

Vollständige Seminarübersicht 2008   
http://www.leben-sterben.de/seminare.htm

   
   
20.- 26. April 2008
Das besondere Seminar im Himalayas- Gebirge, Nordindien
Tod: Mysterium- Realität- Illusion
Die Kunst des Lebens und Sterbens


Mehr Infos
Ein internationales Retreat- Seminar in der Schönheit, Natur und Stille
des Himalaya, an einem besonderen Ort:
Nisarga OMC, nähe Dharamsala, Nordindien

Seminar in englischer Sprache.
Bitte ausführliche Infos beim Institut anfordern.
   
30. Mai - 4. Juni 2008

Ausbildung " Seelisch-spirituelle Sterbebegleitung"

 
Teil 1  (in englischer Sprache)
>>Mehr Infos

Seminarcenter Schloss Wasmuthhausen
Nähe Coburg      
   
15.- 20. Juni 2008
Ausbildung in seelisch-spiritueller Sterbebegleitung, Teil 2     Infos
   
   
Seminarcenter Schloss Wasmuthhausen
Nähe Coburg

Die Druckversion der Broschüre über unsere Ausbildung
findest Du hier:   Ausbildung Teil 2

Verschiedene Texte und Informationen.
   
7.- 12. Oktober 2008
Ausbildung in seelisch-spiritueller Sterbebegleitung, Teil 1    Infos
Seminarcenter Schloss Wasmuthhausen
Nähe Coburg

Die Druckversion der Broschüre über unsere Ausbildung
findest Du hier: Ausbildung Teil 1
Hier findest du viele verschiedene
Texte und Informationen.



   

                          

MEDITATION im täglichen Leben


Meditation bei äusserem /inneren Druck
Wann immer du von außen Druck spürst – und das kommt im Leben nur allzu häufig vor – ist es schwierig, einen direkten Zugang zu Meditation zu finden. Aus diesem Grunde musst du vor Wann immer du von außen Druck spürst – und das kommt nur allzu häufig im Leben vor – ist es schwierig, einen direkten Zugang zu Meditation zu finden. Aus diesem Grunde musst du vor Meditationsbeginn fünfzehn Minuten lang etwas tun, um den Druck abzubauen; erst dann kannst du meditieren, sonst nicht.

Denke erstens: Alles ist nur ein Traum

"Sitze fünfzehn Minuten lang einfach still und denke, dass die ganze Welt ein Traum ist...und sie ist es! Denke, dass die ganze Welt ein Traum ist und dass es dort nichts von Bedeutung gibt. Das ist die eine Sache."

Denke zweitens: Alles geht vorüber

Früher oder später löst sich alles auf – auch du. Du warst nicht immer hier, du wirst nicht immer hier sein. Nichts währt ewig."

Denke drittens: Der Zeuge

"...Und drittens: Du bist nur ein Zeuge, ein Beobachter. Diese Krise geht vorüber, ist ein Film."

"Erinnere dich an diese drei Dinge; die ganze Welt ist ein Traum und alles vergeht, sogar du. Der Tod nähert sich und die einzige existierende Wirklichkeit ist der Beobachter, du bist also nur ein Zeuge."

"Entspanne den Körper, sei fünfzehn Minuten lang Beobachter und meditiere erst dann. Jetzt bist du in der Lage, zu meditieren, es gibt kein Problem mehr."

"Doch wann immer diese Meditationstechnik beginnt, dir leicht zu fallen, hör auf damit; sonst wird sie zur Gewohnheit. Sie sollte nur unter besonderen Umständen genutzt werden, wann immer Meditation dir schwer fällt. Wendest du sie jeden Tag an, ist das zwar gut, sie verliert jedoch ihre Wirkung und funktioniert dann nicht mehr."

Setze diese Technik wie eine Medizin ein. Wende sie an, wann immer Dinge schief laufen oder sich schwierig gestalten; dann bereitet sie dir den Weg in die Entspannung."

Osho: A Rose is a Rose is a Rose   Quelle: www.findyournose.com

Kreativität und Meditation

 


Staunen

Meine Beziehung zur Natur ist ein Staunen. Diese unbeschreibliche und aunausdrückbare Schönheit und Fülle überwältigt mich immer wieder. Eine ähnliches Staunen befällt mich manchmal mit meinen Bildern.

Die Frage kommt: Woher kam es, wie ist es geschehen? Und keine Antwort.

Art Shivananda

http://www.artshivananda.com/index.htm

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Art Shivananda
   
   
Meditation

Osho Nisarga Meditations-Center

Ein wunderschönes Meditationszentrum in den Bergen Nordindiens ganz in der Nähe von Dharamsala, dem Wohnsitz des Dalai Lama und einer grossen tibetischen Gemeinschaft.    >>Osho Nisarga

 
Backjack - Bodenstuhl.
Eine wirklich bequeme Sitzhilfe für alle, die gern bodennah relaxed sitzen, arbeiten, spielen oder meditieren. Ideal auch für Gesprächsgruppen und Therapiesitzungen. Die äußerst stabile Rückenlehne ermöglicht ein entspanntes Sitzen ohne seitliches Abkippen.
http://www.leben-sterben.de/meditation/backjack_dt.htm
 

In Würde sterben

Für mehr Infos zu individueller  Sterbebegleitung

 
CD- Tip des Monats:

ALLEINSEIN

Am Anfang und am Ende unseres Lebens steht das Alleinsein. Allein werden wir geboren und allein sterben wir. Zwischen diesen Polen gibt es Menschen, die versuchen das Alleinsein zu umgehen und flüchten sich in möglichst viele Beziehungen, andere fürchten die womöglich schmerzhafte Nähe zu Mitmenschen und suchen ihr Heil im Singleleben.

„Alleinsein heißt frei zu sein von der Angst vor der Einsamkeit“.

Freiheit und Liebe fügen sich in Oshos Vision untrennbar zusammen. Doch auch das Alleinsein gehört dazu. Das Alleinsein steht nicht im Gegensatz zum Geliebtwerden,sondern ist dessen Ergänzung. Liebe, Freiheit, Alleinsein - das ist dieTriade der Erfüllung des Individuums in der modernen Gesellschaft.





CD 2017| Alleinsein - der höchste Gipfel des Bewusstseins



VON EINSAMKEIT ZUM ALLEINSEIN

Heilung der Angst vor Einsamkeit
durch das Bewusstsein der Einheit.


Diese CD enthält einen Text über das bewusste Verstehen der Angst vor Einsamkeit, und eine geführte Meditation über das bewusste Eingehen in unser ALL- EINS- SEIN.

mehr Info...ein heißt frei zu sein von der Angst vor der Einsamkeit“.



 
Meditations- Tip
"Find your Nose". Eine wunderschöne umfangreiche Website über Meditation. Viele Artikel, Meditationsanleitungen, Wissenswertes aus der Welt des Bewusstseins.
www.findyour nose.com
 
Buchempfehlungen zu Meditation

Osho, Das Feuer der Meditation. Vom Trubel des Alltags zu Stille, Tiefe, Sein 

Osho, Meditationsführer. Mit 60 Meditationstechniken.

 

Krebsbehandlung und- Vorsorge

 

Auf unseren Seiten zur Krebsbehandlung  und -Vorsorge
werden nach und nach umfangreiche Informationen zusammengetragen.

Ambulant im Krankenhaus


Krebspatienten können sich künftig in Krankenhäusern ambulant behandeln lassen

Krebspatienten, die gesetzlich krankenversichert sind, können eine ambulante Behandlung künftig auch in Krankenhäusern durchführen lassen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die ausgewählte Klinik bestimmte Leistungsanforderungen erfüllt. Diesen Beschluss fasste der Gemeinsame Bundesausschuss von Kassen, Ärzten und Kliniken (G-BA) Mitte Januar diesen Jahres.

Bislang mussten Krankenhäuser, die Krebspatienten ambulant behandeln wollten, spezielle Verträge mit den Krankenkassen abschließen. Meist scheiterten solche Verträge jedoch an den hohen Kosten, die für die Kassen entstanden. Die jetzt getroffene Regelung sieht vor, dass Kliniken eine ambulante Versorgung von Krebspatienten vornehmen dürfen, wenn sie mindestens eine vorgegebene Anzahl solcher Behandlungen im Jahr erbringen. Dadurch soll die Qualität der Behandlung gesichert werden. Ferner wurde in dem Beschluss festgehalten, bei welchen Krebserkrankungen und Krankheitsverläufen eine Öffnung der Krankenhäuser für die ambulante Behandlung möglich ist. Zudem wurden Anforderungen an die berufliche Qualifikation der Mitarbeiter sowie die Organisations- und Einrichtungsstrukturen in den Kliniken formuliert.

Überweisungen für eine ambulante Behandlung in einer Klinik sollen die Patienten von niedergelassenen Haus- und Fachärzten erhalten.

 
Lymphknotenkrebs: Diese neue Substanz wirkt deutlich besser und tötet Tumorzellen gezielt ab

Für viele Patienten, die an einem häufigen Lymphknotenkrebs, dem so genannten Non-Hodgkin-Lymphom leiden, gibt es jetzt wieder Hoffnung. Ein neues Medikament zeigt auch dann noch Wirkung, wenn alle anderen Therapieversuche bereits gescheitert sind. In einigen Fällen konnte die Krebserkrankung sogar sechs Jahre lang wieder vollkommen zurückgedrängt werden. Wir haben für Sie recherchiert, für welche Patienten der Wirkstoff in Frage kommt, welche Erfolgsaussichten tatsächlich bestehen und mit welchen Nebenwirkungen Sie rechnen müssen.

Lymphome sind die fünfthäufigste Krebsart

Vielleicht ist Ihnen der Begriff Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) bisher nur selten begegnet. Aber diese Krebsart ist nach Brust-, Prostata-, Lungen- und Darmkrebs die fünfthäufigste Krebsart überhaupt. Jährlich erkranken in Deutschland etwa 4.400 Männer und 4.900 Frauen daran – die meisten im Alter zwischen 60 und 65 Jahren. Lediglich die Hälfte der Patienten überlebt heute die Diagnose NHL länger als fünf Jahre. Lymphome sind Krebsarten, die von Teilen des Lymphsystems ausgehen. Erstmals wurde die Krankheit von dem englischen Arzt Thomas Hodgkin im 19. Jahrhundert beschrieben. Bei einem Patienten waren vor allem die Lymphknoten befallen, und es ließen sich bestimmte Krebszellen (Hodgkin-Zellen) nachweisen. Lymphome, auf die diese Merkmale nicht zutreffen, werden heute als Non-Hodgkin-Lymphome zusammengefasst (das sind etwa 90 % aller Lymphome). Das Tückische an dieser Krankheit ist, dass sie keine Schmerzen verursacht und daher meist eher zufällig in einem relativ weit fortgeschrittenen Stadium entdeckt wird.

Mögliche Anzeichen eines Lymphoms sind:

* Schwellungen der Lymphknoten (z. B. an Hals, Unterarm oder Oberschenkel)

* unerklärliches Fieber

* permanente Müdigkeit

* Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust

* Juckreiz und rötliche Flecken auf der Haut

Falls Sie eines dieser Symptome bemerken, sollten Sie es unbedingt einmal abklären lassen. In der Regel wird eher etwas Harmloses dahinterstecken. Die Standard-Therapie besteht derzeit vor allem aus einer Chemo-und Strahlentherapie.

Krebszellen werden durch zielgenaue Strahlung zerstört

Doch seit dem Frühjahr 2004 ist in Europa ein bisher einmaliger Therapieansatz zugelassen: die Behandlung mit Zevalin®. Der Wirkstoff besteht aus so genannten monoklonalen Antikörpern. Das sind biotechnisch gewonnene Eiweißstoffe, die sich zielgenau an die Lymphomzellen anheften können.

An den Antikörper ist ein radioaktives Molekül (das Isotop Yttrium-90) gebunden. Wenn der Antikörper also seine Zielzelle gefunden hat, wird dieser Strahler direkt mit dem Tumor in Kontakt gebracht. Da die Reichweite der Strahlung lediglich 5 mm beträgt, bleibt das gesunde Gewebe weitgehend verschont. Im Grunde handelt es sich bei Zevalin® also um eine Strahlentherapie, die absolut zielgenau durchgeführt werden kann.

Bei jedem dritten Patienten verschwinden die Krebszellen vollständig

Mittlerweile liegen weltweit fünf wissenschaftliche Studien vor, die die gute Wirksamkeit belegen. Diese Studien wurden ausschließlich mit Patienten durchgeführt, denen keine andere Behandlung mehr geholfen hatte. Bei 80 % von ihnen konnte jedoch durch den radioaktiven Antikörper die Zahl der Krebszellen gesenkt werden. In 30 % der Fälle konnte der Krebs zeitweise sogar vollständig zurückgedrängt werden (Komplettremission). Bitte verwechseln Sie eine Komplettremission nicht mit einer Heilung. Die ist leider auch mit dem neuen Medikament nur die Ausnahme. Allerdings dauerte es im Durchschnitt etwa zwei Jahre, bis die ersten Krebszellen wieder nachweisbar waren. Einige Patienten waren sogar sechs Jahre frei von allen Krankheitszeichen. Die Zevalin®-Therapie erfordert lediglich zwei ambulante Termine. Ein Strahlenrisiko besteht wegen der geringen Reichweite nicht. Allerdings ist die Behandlung nicht frei von Nebenwirkungen. Bei etwa jedem 10. Patienten treten Übelkeit, Fieber oder Muskelschmerzen auf. Das Infektionsrisiko steigt vorübergehend an, weil auch ein Teil der gesunden Abwehrzellen zerstört wird. Sie bilden sich aber innerhalb weniger Wochen wieder neu. Die wenigsten Patienten brechen die Behandlung wegen dieser Nebenwirkungen ab. Denn für sie ist der neue Wirkstoff oft die letzte Hoffnung.

Quelle: "Täglich Gesund"

FID Verlag GmbH
Fachverlag für Gesundheitswissen         http://www.fid-gesundheitswissen.de/

 


Verbesserung der gesetzlichen Palliativversorgung seit April 2007


Zur Verbesserung der ambulanten Versorgung
erhalten die Versicherten
der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) seit 1. April 2007 einen
eigenständigen Anspruch auf eine „spezialisierte ambulante
Palliativversorgung“.

Verbessert wurden auch die Rahmenbedingungen für Kinderhospize.
Mussten die Einrichtungen bislang einen Kostenanteil von zehn Prozent
selbst tragen (durch Spenden und ehrenamtliches Engagement), beträgt
der Anteil seit 1. April 2007 nur noch fünf Prozent.    PDF- Download hier

 
Palliativmedizin

Die Wissenschaft der Schmerzbehandlung hat in den letzten Jahren grosse Fortschritte gemacht.

Krebsinformationen
Das Wissen um die Ursachen und den Krankheitsverlauf bei Krebserkrankungen mehrt sich
beständig. Ebenso verbessern und verändern sich die Möglichkeiten von Diagnose,
Prävention, Behandlung und Nachsorge unablässig mit dem wissenschaftlichen Fortschritt.
In der Rubrik "Krebsarten A-Z" wird übersichtlich, umfassend und laiengerecht über den gegenwärtigen Stand der Krebsforschung informiert.
http://www.krebsgesellschaft.de/krebs_uebersicht

Neueste Erkenntnisse der modernen Schmerzmedizin  sind für alle Menschen verfügbar.

Solltest Du keinen Arzt  haben, der bereit ist, moderne Schmerztherapie anzuwenden oder sich umfassend darüber zu informieren, gibt es die Möglichkeit, besondere Zentren für Schmerzmedizin zu kontakten und dort umfangreiche Beratungen zu erhalten, oder auch Hinweise auf Ärzte, die für moderne Schmerzmedizin offen sind und den Patienten dementsprechend behandeln.
Infos hierzu kannst Du bei uns hier anfordern.


Palliativmedizin

Palliativmedizin ist die aktive, ganzheitliche Behandlung von Patienten mit einer nicht heilbaren, progredienten und weit fortgeschrittenen Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung. Sie strebt die Besserung körperlicher Krankheitsbeschwerden ebenso wie psychischer, sozialer und spiritueller Probleme an. Das Hauptziel der palliativmedizinischen Betreuung ist die Verbesserung der Lebensqualität für die Patienten und ihre Angehörigen (auch über die Sterbephase hinaus). Im Deutschen wird Palliativmedizin auch als Übertragung des englischen Begriffes Palliative Care verwendet, sie beinhaltet gleichwertig pflegerische, ärztliche und psychosoziale Kompetenz. Im engen Sinn kann unter Palliativmedizin (englisch: Palliative Medicine) auch der unverzichtbare, spezialisierte ärztliche Beitrag zu Palliative Care verstanden werden.

Palliativmedizin ist keine ausschließlich medizinische Aufgabe, sondern benötigt ein Integriertes Versorgungskonzept vieler gesellschaftlicher Gruppen.

Lexikon der Fachbegriffe

http://www.schmerzzentrum-wiesbaden.de/pages/lexikon.html

Leider lassen sich nicht alle Fachausdrücke vermeiden. Daher wird in diesem Glossar versucht,
die wichtigsten Ausdrücke in alphabetischer Reihenfolge kurz zu erklären.


 
 

3 | Bewusstheit, Gesundheit und Ernährung

Lernen Sie das Lebensmittel kennen, das das Prostata-Krebs-Wachstum deutlich reduzieren kann

Wenn Sie jemanden kennen, der an Prostatakrebs erkrankt ist, sollten Sie diesen Bericht an ihn weiterreichen. Es könnte seine Überlebenschancen steigern.

Vielleicht erinnern Sie sich noch an eine Studie von vor 6 Jahren, die folgendes als Ergebnis hatte: „Wenn Sie maximal 20 % ihrer täglichen Kalorien als Fett zu sich nehmen und täglich 3 gehäufte Teelöffel Leinsamen essen, können Sie so das Wachstum eines Prostatakrebs verringern.“

Natürlich entstanden die Ergebnisse in einer Zeit, in der es modern war, möglichst wenig Fett zu sich zu nehmen? Was aber, wenn wir das Wenig-Fett-Element aus dieser Aussage streichen? Reicht Leinsamen aus, um sich vor Prostatakrebs zu schützen? Eine neue Studie des Duke University Medical Centers beantwortet die Frage – und hat vielversprechende Ergebnisse.

160 Männer mit Prostatakrebs nahmen an der Studie teil, allen stand eine Operation bevor, bei der die Prostata entfernt werden sollte. Die Männer wurden in vier Gruppen geteilt und erhielten 30 Tage lang eine spezielle Ernährung:

* 30 Gramm Leinsamen, kombiniert mit normaler Ernährung

* 30 Gramm Leinsamen, kombiniert mit einer fettarmen Ernährung

* Kein Leinsamen, normale Ernährung

* Kein Leinsamen, fettarme Ernährung

Nach den Operationen wurden die Tumorzellen jedes Teilnehmers von den Wissenschaftlern untersucht. Die Ergebnisse zeigten, dass das Hinzufügen von Leinsamen zur Ernährung das Tumorwachstum deutlich verringerte – bis zu 40 %, egal, wie die übrige Ernährung aussah.

Die Wissenschaftler erklärten, dass die Omega-3-Fettsäuren im Leinsamen die Art verändern, wie Krebszellen sich zusammenschließen oder gesunde Zellen attackieren. Sie gaben auch an, dass das Lignan in der äußeren Schicht der Leinsamen die Blutversorgung der Krebszellen verringern kann. Zudem verringert Lignan Testosteron im Körper, auch dies kann dazu führen, das Wachstum von Prostatakrebs-Zellen zu unterdrücken.

Die Studie unterstreicht die Wichtigkeit von Omega-3-Fettsäuren im Kampf gegen Prostata-Krebs. Dennoch sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen, bevor Sie täglich Leinsamen Ihrer Ernährung hinzufügen.

Quelle: "Täglich Gesund".
FID Verlag GmbH Fachverlag für Gesundheitswissen         http://www.fid-gesundheitswissen.de

 
 

Ernährung nach den individuellen Stoffwechseltypen

Die Quelle von Gesundheit , Vitalität und Idealgewicht liegt zum grossen Teil in einer individuellen Ernährung, die alle Systeme des Körpers in Balance hält.
Besuche unsere Website, die ständig mit neuen Informationen erweitert wird.
        www.stoffwechsel-ernaehrung.de

 
Vitamin D kann das Risiko von Bauchspeicheldrüsenkrebs reduzieren


Bauchspeicheldrüsenkrebs steht Gegensatz zu anderen Krebsarten weniger im Mittelpunkt der Öffentlichkeit. Er ist aber sehr bösartig. Nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft erkranken in Deutschland jährlich etwa 12.800 Menschen an einem Krebs der Bauchspeicheldrüse (Pankreaskarzinom) – das sind etwa 6% aller Krebserkrankungen. Das mittlere Erkrankungsalter liegt für Männer bei 68 und für Frauen bei 75 Jahren.

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist im Frühstadium sehr schwer zu erkennen, deshalb wird der Tumor häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Die 5-Jahresüberlebensrate liegt deshalb lediglich bei unter 5%. Aufgrund einer kürzlich veröffentlichen Studie gibt es jedoch positive Nachrichten. Durch eine ausreichende Einnahme von Vitamin D – sei es durch die Nahrung oder durch Nahrungsergänzungsmittel – kann das Risiko, einen Krebs der Bauchspeicheldrüse zu entwickeln, um nahezu 50% reduziert werden.

In der Studie, die im Wissenschaftsmagazin Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention (zu deutsch Krebs-Epidemiologie, Biomarker & Vorbeugung) veröffentlicht wurde, bewerteten die Wissenschaftler die Ernährung unter Berücksichtigung der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln von 47.000 Männern und 75.000 Frauen über einen Zeitraum von Jahren. Während des Studienzeitraums entwickelten 365 Menschen einen Bauchspeicheldrüsenkrebs. Nachdem die Faktoren berücksichtigt worden waren, die das Risiko eines Pankreaskarzinoms beeinflussen könnten – wie zum Beispiel Rauchen, die Einnahme von Multivitaminpräparaten, Alter und Körpergewicht –, kamen die Wissenschaftler zu folgendem Ergebnis:

* Die tägliche Einnahme von Vitamin D in Dosen zwischen 300 und 600 internationalen Einheiten konnte das Risiko, Bauchspeicheldrüsenkrebs zu entwickeln, um 43% reduzieren. Die Einnahme höherer Dosen bot keinen darüber hinaus gehenden gesundheitlichen Vorteil.

* Die Einnahme täglicher Dosen in Höhe von 150 bis 199 internationaler Einheiten Vitamin D führte zu einer Reduzierung des Risikos um 22%.

Auch wenn dies ein Aufsehen erregendes Ergebnis ist, stimmen die Ärzte der Mayo Clinic zu, dass weitere Forschungen notwendig sind.
Dennoch fügt diese Studie in der wachsenden Liste möglicher gesundheitlicher Vorteile einer ausreichenden Vitamin-D-Versorgung einen weiteren wichtigen Aspekt hinzu. Der menschliche Körper kann Vitamin D selbst herstellen, wenn die Haut ausreichend mit Tageslicht bestrahlt wird. Um Ihr Risiko von Hautschäden zu begrenzen, die zu Melanomen oder anderen Formen von Hautkrebs führen, kann es sicherer sein, wenn Sie Vitamin D über die Nahrung bzw. Nahrungsergänzungsmittel aufnehmen.

 

Cholesterin

Höhere Cholesterinwerte tun uns nicht gut. Die forcierte Cholesterinsenkung mit Medikamenten scheint uns noch weniger gut zu tun.

Ein erhöhter Cholesterinspiegel ist keine Krankheit im engeren Sinne, aber eine erhöhte Cholesterinkonzentration im Blut gilt als einer von mehreren Risikofaktoren für Arteriosklerose (siehe dort). Vor allem eine spezielle Fraktion des Cholesterins, das LDL-Cholesterin, ist bei höheren Werten ein Alarmsignal. Es dürfte dabei allmählich Allgemeingut geworden sein, dass hohe Cholesterinwerte nicht die Ursache von Arteriosklerose, sondern eine Folge sind. Wobei das Augenmerk dem oxidierten Anteil der LDL-Fraktion gilt. Letztendlich aber drängt sich der Eindruck auf, dass man vor lauter Wald die Bäume nicht mehr sieht. Die Theorien über die Ursache(n) der AS stehen leider in keinem Verhältnis zum tatsächlich fundierten Wissen.

Gesichert ist, dass Cholesterin und Fett (Triglyceride) für den Organismus lebenswichtige Substanzen sind, zum Beispiel als Bausteine von Zellmembranen, Hormonen und Gallensäuren. Das Cholesterin unterstützt zudem das Immunsystem in seiner Arbeit bei der Krankheitsabwehr und ist Ausgangspunkt für die Produktion zahlreicher Hormone sowie des Vitamin D. Das Gehirn besteht zu 20 Prozent aus purem Cholesterin, um die Nervenzellen beim elektronischen Signalaustausch vor „Kurzschlüssen“ zu schützen.

Der amerikanische Psychologe Mark Ketterer fand in einer Versuchsreihe mit 1.000 Personen heraus, dass Patienten mit einem zu niedrigen Cholesterinspiegel häufiger unter Depressionen bis hin zu Selbstmordgedanken litten als solche mit normalen Werten. Cholesterin scheint also eine depressionshemmende Wirkung zu haben.

Wer zu viele Kalorien zu sich nimmt, gleichgültig, ob Fette, Kohlenhydrate oder Eiweiß, riskiert dadurch einen erhöhten Cholesterinspiegel und eine stärkere Anfälligkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Leider garantiert auch eine cholesterinfreie Ernährung noch keinen niedrigen Cholesterinspiegel im Blut. Denn unser Körper ist in der Lage, von sich aus einen hohen Spiegel von „schlechtem Cholesterin“ im Blut zu produzieren. Insofern ist der Nutzen einer cholesterin- bzw. fettarmen Diät fragwürdig. Zumal etliche Patienten darauf nicht ansprechen. Und ein normaler Cholesterinspiegel garantiert nicht, dass man vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen sicher ist.

Über einen Punkt ist man sich jedoch weitgehend einig: Zu hohe Cholesterinwerte sollten gesenkt werden. Egal ob Ursache oder Folge: Alle Plaque scheint mit der Oxidation des LDL ihren Anfang zu nehmen. Dabei geht es nicht um Laborkosmetik, sondern um die oftmals tödlichen Folgen einer fortschreitenden Plaquebildung in den Gefäßen (Gefäßverschluss). Alle Therapiebemühungen müssen sich demnach an der tatsächlichen Senkung der Folgen (Herzinfarkt, Hirnschlag) messen lassen. Was nützen einem schließlich die idealsten Blutwerte, wenn das Infarktrisiko dadurch nicht gesenkt wird?

Wann besteht Handlungsbedarf?

Der normale Blutcholesteringehalt liegt zwischen 160 und 200 mg/100 ml, der Normwert für Triglyceride unter 150 mg/100 ml. Steigt der Cholesterinspiegel über 230 mg/100 ml, fördert dies die Entstehung der Arteriosklerose. Tatsächlich beträgt die tägliche Aufnahme von Cholesterin im Durchschnitt rund 440 mg bei Männern und 360 mg bei Frauen. Bei rund 60 Prozent der Altersgruppe der 19- bis 50-jährigen Männer und Frauen liegen die Werte um 40 Prozent (!) über dem Durchschnitt. Ein alarmierendes Ergebnis!

Körpereigene Cholesterinproduktion

Angst, Stress, Hektik, psychische Probleme und unbewältigte Konflikte fördern über die zentralnervöse Steuerung die verstärkte körpereigene Produktion von Cholesterin. Liegt ein Vitaminmangel vor, muss der Körper vermehrt Cholesterin produzieren, um so genannte freie Radikale abzuwehren.

Änderung der Nahrungsgewohnheiten

Da eine cholesterinarme Diät sehr viel Disziplin erfordert, der Nutzen relativ fragwürdig ist, scheint der Aufwand selten gerechtfertigt. Eine ballaststoffreiche Ernährung dürfte hingegen leichter durchführbar sein und so ziemlich den gleichen Zweck erfüllen.

Cholesterinsenkende Lebensmittel, meistens basierend auf pflanzlichem Sterin oder Stanol, führen zwar zu einer Senkung des Cholesterins 10 bis 15%, aber, so warnt die Verbraucherzentrale Düsseldorf, das gehe zu Lasten der fettlöslichen Vitamine. Diese Produkte (Margarine, Milch usw.) seien ohnehin nur für Personen mit eindeutig erhöhtem Cholesterinspiegel gedacht. Mehr als drei Gramm Sterine oder Stanole täglich zu sich zu nehmen falle in den Bereich der Überdosierung, meint die Verbraucherzentrale.

Mit Medikamenten den Cholesterinspiegel senken

Synthetische Cholesterin- bzw. Lipidsenker werden vom Arzt gerne verordnet und vom Patienten mit Skepsis betrachtet. Die Statine gelten derzeit als Mittel der Wahl. Diverse Statine im Vergleich:

Fluvastatin         20,0 mg 22,0 %                        40,0 mg 25,0 %        80,0 mg 36,0 %

Atorvastatin       2,5 mg 22,5 %                           20,0 mg 43,0 %         80,0 mg 60,0 %

Lovastatin         20,0 mg 27,0 %                        80,0 mg 40,0 %

Pravastatin       20,0 mg 32,0 %                      40,0 mg 34,0 %

Simvastatin     10,0 mg 30,0 %                        80,0 mg 47,0 %

(Senkung des Cholesterinspiegels in %)

Berücksichtigt man die effektive Senkung des Cholesterinspiegels durch Statine, dann scheinen die oftmals beklagten Nebenwirkungen im Sinne einer ärztlichen Risiko-Nutzen-Abwägung akzeptabel. Aber: In einer Studie wurden die Daten von 7.517 Patienten untersucht. Alle Patienten hatten akute Koronarsyndrome (Herzprobleme) und Hyperlipidämie (zu viel Cholesterin). 5.414 Patienten wurden mit Lipidsenkern, meistens Statine, behandelt. Die Kontrollgruppe von etwa 2.000 Patienten wurde nicht mit Lipidsenkern behandelt. Der Unterschied in Sachen Risikosenkung (Herztod) zwischen den beiden Gruppen war nicht signifikant. Im Klartext: Ob der Patient sich nun mit Lipidsenkern behandeln ließ oder nicht, machte im Endeffekt keinen Unterschied. (Sana M. Al-Khatib, Duke Clinical Research Institute, Durham, North Carolina, USA)

Der Patient darf demnach getrost skeptisch sein, was die frommen Werbeversprechungen der Pharma-Industrie angeht. Es soll – wie so oft – dahingestellt sein, ob lipidsenkende Medikamente ihren eigentlichen Zweck überhaupt erfüllen. Welche natürlichen Alternativen gibt es?

Natürliche Alternativen zur Cholesterinsenkung

Vitamin E .Bei Probanden, die täglich 200 IE Vitamin E zu sich nahmen, sank das tödliche Infarktrisiko um 34% (Stampfer, M et al.: Vitamin E consumption and the risk of coronary heart disease in women. New England J Med, 1993; 328: 1444-1449. Studiendauer 8 Jahre. Basierend auf Nurses Health Study, 87.000 Krankenschwestern). Bei Probanden, die mehr als 200 IE (400 IE) Vitamin E zu sich nahmen, sank das Infarktrisiko um 40% (Rimm et al.: Vitamin E consumption and the risk of coronary heart disease in men. New England J Med 1993, 328; 1450-1456. 39.000 Männer, Ärzte. Health Professional Study). Mit zusätzlichen Vitamin-E-Gaben zwischen 400 und 800 IE konnte die Re-Infarktrate bei 2.200 Probanden um 75% gesenkt werden (Stephens et al.: Randomized controlled trial of vitamin E in patients with coronary heart disease. Lancet 1996; 347: 781-786. 2.200 Probanden, Cambridge University). 2.226 Männern wurden nach dem ersten Herzinfarkt ein Multivitaminpräparat und zusätzlich Vitamin E verabreicht: Der Rückgang bei der Sterbehäufigkeit lag bei 75% (Meyer et al.: II Int Conf Antioxidants, Berlin 1994).

Anzahl                              Omega-3                  Triglyceride           LDL              HDL

Gesunde Personen (normaler Blutfettwert)

600                                 530 mg/Tag              minus 25%             0%                 plus 3%

Personen mit Stoffwechselstörung (erhöhte Blutfettwerte)

600                                 800 mg/Tag              minus 52%            plus 20%      plus 10%

(Änderungen in Prozent von den Ausgangswerten)

Omega-3-Fettsäuren. Forschungsreihen haben gezeigt, dass der Blutfettgehalt unter dem Einfluss der in Lachsöl enthaltenen Omega-3-Fettsäuren rapide absinkt. Gleichzeitig kann durch die verstärkte Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren der Gesamtcholesterinspiegel gesenkt werden, wobei das „schlechte“ LDL-Cholesterin abnimmt und das „gute“ HDL-Cholesterin tendenziell ansteigt. Man spricht hierbei von einer Art „Teflon-Effekt“. Zur Verminderung von LDL empfiehlt sich außerdem die zusätzliche Gabe von Vitamin A (oder Betakaroten), C, E und Selen. Die folgende Tabelle zeigt die Wirkung von Omega-3-Fettsäuren auf Blutfette bei gesunden Normalpersonen und bei Personen mit einer Stoffwechselstörung. Der Untersuchungszeitraum be-trug drei Monate.

Kurkumin (Gelbwurz). Diese Pflanze wird in Asien als Gewürz und zum Färben der Speisen benutzt. Bereits 1970 berichtete das Journal of Nutrition (100: 1307-16) über Versuche mit Ratten. Deren Cholesterinspiegel sank nach Fütterung mit Kurkuma auf die Hälfte.

Während zugelassene Cholesterinsenker im Verdacht stehen, Leberschäden und Krebs zu verursachen, konnte man bei Kurkumin sogar krebsverhindernde und antivirale Eigenschaften nachweisen. Es neutralisiert Karzinogene in der Nahrung und unterdrückt Krebsgeschehnisse sowohl in der Anfangsphase als auch in den diversen Phasen der Weiterentwicklung. Kurkumin hat ferner entzündungshemmende Eigenschaften und schützt die Leber gegen Viren-Schäden (virale Hepatitis). Es gilt als potentes Antioxidans und soll sogar die HIV-Replikation verhindern helfen. Die Vorteile von Kurkumin sind offenkundig und auf jeden Fall einen Versuch wert.

Das International Journal of Vitamin Nutritional Research (61: 364-9, 1991) erläutert die Wirkungsweise folgendermaßen: „Kurkumin behindert die intestinale (im Darm) Cholesterinaufnahme, erhöht die Umwandlung von Cholesterin zu Gallensäure und beschleunigt deren Ausscheidung.“

In der Zeitschrift Arzneimittel-Forschung (36: 715-7, 1968) war man bereits lange vorher zu der Ansicht gelangt, dass Kurkumin die abnormale Blutverklumpung durch Blockierung von Thromboxan verhindert, das als Verursacher der Plättchenanlagerung des Blutes gilt. Das Gewürz Kurkumin erhöht ferner das Prostacyclin - eine körpereigene Substanz, die zuständig ist, um die abnormale Blutverklumpung zu verhindern.

In einer Studie verabreichte man zehn Freiwilligen (Indian Journal of Physiology, 36 (4): 273-5, 1992) täglich 500 mg Kurkumin. Nach nur einer Woche war der „gute“ HDL-Cholesterin-Anteil um 29 Prozent gestiegen. Das Gesamtcholesterin konnte in dieser Untersuchung um 11,6 Prozent, die Lipidperoxidation (betrifft das „böse“ LDL) um 33 Prozent reduziert werden.

Gugulipid . Eine andere wirksame Substanz zur Cholesterinsenkung ist dieser Wirkstoff des Mukjulbaumes. In einer Studienübersicht des Journal of Associated Physicians-India (37/5: 323-8, 1989) wurden verschiedene Untersuchungen vorgestellt. So erhielten zum Beispiel 125 Patienten Gugulipid. Nach drei bis vier Wochen war das Gesamtcholesterin durchschnittlich um elf Prozent, die Triglyceride um 16,8 Prozent gesenkt worden, während bei 60 Prozent der Patienten das „gute“ HDL-Cholesterin angehoben werden konnte. Betroffene mit erhöhtem Cholesterin reagierten besser auf die Behandlung als normale Patienten.

In einer anderen placebokontrollierten Untersuchung erhielten 205 Patienten eine Dosierung von 3 x 25 mg Gugulipid täglich. Von den behandelten Patienten sprachen 70 bis 80 Prozent auf die Therapie an und reagierten mit einer Cholesterinsenkung. In der Kontrollgruppe (die ein Placebo erhielt) war keinerlei Fortschritt feststellbar.

In einer weiteren placebokontrollierten Studie an 40 Patienten mit hohen Blutfettwerten sank das Serum-Cholesterin nach dreiwöchiger Gugulipideinnahme um 21,75 Prozent, die Triglyceride sanken gar um 27,1 Prozent. Nach 16 Wochen hatte sich das HDL-Cholesterin um 35,8 Prozent erhöht.

Bromelain und Ingwer . Diese beiden Substanzen sind derzeit in Sachen Cholesterinsenkung neben Kurkumin und Gugulipid die interessantesten natürlichen Substanzen. Betroffene können diese Substanzen einzeln oder auch in speziellen Mixturen erwerben. Mixturen haben in der Regel einen erheblichen Kostenvorteil gegenüber dem Einzelerwerb.

Soja. Ein weiterer Ansatzpunkt zur natürlichen Cholesterinsenkung ist das altbekannte Soja. Bereits vor 80 Jahren wurden erstmals die cholesterinsenkenden Eigenschaften in der medizinischen Literatur erwähnt. The New England Journal of Medicine (August 3, 1995) veröffentlichte eine Analyse aller Studien, die den cholesterinsenkenden Effekt von Soja behandelten. Die Analyse von 38 kontrollierten Studien ergab: „Sojaprotein senkte das Gesamtcholesterin durchschnittlich um 9,3 Prozent, die Triglyceride um 10,5 Prozent und das „böse“ LDL-Cholesterin um 12,9 Prozent. Beim „guten“ HDL-Cholesterin war nur ein leichter Anstieg von 2,9 Prozent zu beobachten.“ Man erklärt sich die cholesterinsenkende Wirkung von Soja mit den darin enthaltenen Phytoöstrogenen Genistein und den so genannten Isoflavinen. Darüber hinaus scheint Soja die Konzentration des Schilddrüsenhormons Thyroxin im Blut anzuheben. Thyroxin wiederum ist zuständig für den Cholesterinabbau. Neben den cholesterinsenkenden Effekten soll Soja somit sogar gegen Arteriosklerose und zerebrale Krankheiten schützen. Im Gegensatz zu den zugelassenen herkömmlichen Cholesterinsenkern weist Soja auch noch krebsverhindernde Eigenschaften auf. Der cholesterinsenkende Effekt von Sojabohnen(keimlingen) soll erst ab einer Menge von 50 g feststellbar sein.

Soja ist in vielen Variationen erhältlich. Während man aus dem mehr oder weniger frischen Naturprodukt (gekeimte Sojabohnen) zweifelsohne schmackhafte Speisen zubereiten kann, eignet es sich weniger für eine kontrollierte Zufuhr. Hier bieten sich standardisierte Sojaextrakte (Tablette, Kapseln) oder Sojapuder an. Für cholesterinsenkende Maßnahmen empfiehlt man ca. 5 g Sojaextrakt oder zwei bis vier Esslöffel Sojapuder täglich.

Wie bei allen Naturprodukten sind auch hier verbindliche Mengenangaben nur schwer möglich, da der eigentliche Wirkstoffgehalt teilweise starken Schwankungen unterliegen kann. Andererseits kann man auch kaum etwas verkehrt machen. Maßgebend ist letzten Endes die Wirkung im Organismus. Anfangs wird man die Blutwerte sicherlich öfter überprüfen müssen, um zu testen, ob bzw. welche Wirkung eine solche alternative Therapie zeitigt. Gegebenenfalls sind die Dosierungen zu erhöhen. Wenn sich die ersten Erfolge eingestellt haben, kann man zu jährlichen Gesundheits-Checks übergehen, um eine Feinabstimmung vorzunehmen.

Artischocke . In einer placebokontrollierten, randomisierten Studie an 143 Patienten mit einem Cholesterinspiegel über 280 mg/dl nahmen die Versuchspersonen täglich 4 x 450 mg Artischockenextrakt ein (oder ein Placebo). Nach 6 Wochen war der Gesamtcholesterinspiegel der Artischockengruppe um 18,5%, der LDL-Wert um 22,9% und die LDL/HDL-ratio um 20,2 % verbessert worden. In der Placebogruppe senkte sich der Gesamtcholesterinspiegel um 5,6% und der LDL-Wert um 6,3%. (Englisch et al., 2000)

Eine Kurzzeitstudie (6 Wochen) mit Artischockenextrakt erbrachte den Nachweis, dass die Triglyceride von 214,97 mg/dl auf 188,07 mg/dl gesenkt werden konnten. (Fintelmann, 1996)

Vitamin-C-Mangel .Bei Mäusen wurde die eigene Vitamin-C-Synthese durch Genmanipulation inaktiviert; sie waren danach wie der Mensch auf Vitamin-C-Zufuhr angewiesen. Sie erhielten normales Futter. Nach 2 Wochen war ihr Vitamin-C-Spiegel auf 10% des Normalwertes gesunken. Der Mangel bewirkte eine Erhöhung des Cholesterins (HDL-Anteil sank sogar), an den elastischen Schichten der Blutgefäße entstanden Risse, es kam zu Wucherungen an den Gefäßmuskelzellen und Zellabschuppung an der Gefäßinnenwand (Skorbutsymptome). Laut der Untersucher lassen sich die Ergebnisse auch auf den Menschen übertragen (University of North Carolina und University of Texas Health Science Center, Proceedings of the National Academy of Sciences, Bd. 97, S. 841). Die Diskussion darüber, wie viel Vitamin C denn nun ausreichend ist, sei hiermit um eine weitere Variante bereichert.

Weitere Substanzen, die behilflich sein können:
Lycopen senkt die Oxidation des LDL. Niacin wirkt cholesterinsenkend. Chrom verbessert den HDL-Anteil, senkt Triglyceride und Cholesterin. Konjugierte Linolensäure (CLA) senkte Cholesterin im Tierversuch. Co-Enzym Q 10 senkt das oxidative LDL. Forskolin senkt Cholesterin. Chitosan bewirkt eine bis zu 32%ige Senkung des Cholesterinspiegels. Chromiumpicolinat senkt Cholesterin. Praktisch alle Ballaststoffe (Apfelpektin) senken Cholesterin. Cholesterinwerte senkten sich um 20 bis 50 mg/dl, nachdem drei Wochen lang 6 bis 12 g Fructooligosaccharide (FOS) zugeführt worden waren. Lecithin gilt als Gegenspieler des Cholesterins.

Synthetische Medikamente oder natürliche Substanzen?

Eine Überprüfung des tatsächlichen Erfolgs (der Cholesterinsenkung) sollte mehr oder weniger regelmäßig vorgenommen werden. Nur das durch den Arzt erstellte Blutbild kann hier verbindliche Auskunft geben. Zur Erinnerung siehe „Normalwerte“, wobei zu berücksichtigen ist, dass einige Wertermittlungen (z.B. Homocystein) nicht zu den Standardleistungen der Krankenkasse gehören.

Blutanalyse                           "Standardwerte"                                   moderne Empehlung

Fibrinogen                               bis 460 mg/dl                                         unter 300 mg/dl

C-reaktives Protein                bis 4,9 mg/dl                                        unter 2 mg/L

Homocystein                           bis 15 micro mol/L                              unter 7 micro mol/L

Glucose                                   bis 109 mg/dl                                        unter 100 mg/dl

Eisen                                       bis 180 mg/dl                                          unter 100 mcg/dl

Cholesterin                            bis 199 mg/dl                                          zwischen 180 und 220 mg/dl

LDL                                          bis 129 mg/dl                                           unter 100 mg/dl

HDL                                         mehr als 35 mg/dl                                    über 50 mg/dl

Trigzylceride                           bis 199 mg/dl                                            unter 100 mg/dl

DHEA           M:                       nicht weniger als 80 mcg/dl                     400 bis 560 mcg/dl

                      F:                       nicht weniger als 35 mcg/dl                       350 bis 430 mcg/dl

Bei der Behandlung mit natürlichen Substanzen ist immer zu berücksichtigen, dass sie eine gewisse Zeit brauchen, bis Effekte (im Blutbild) nachweisbar werden („spüren“ dürfte man eine Cholesterinsenkung sowieso nicht). Es ist ferner zu beachten, dass es die natürliche Substanz zur Cholesterinsenkung nicht gibt. In der Regel wird man mehrere Stoffe verwenden müssen, um eine ausreichende Cholesterin-senkung zu erreichen. Das hängt natürlich auch vom Schweregrad und der Lebensführung ab. Welche Nahrungsmittel(inhaltsstoffe) in welcher Dosierung und mit welchem Effekt individuell anschlagen, ist ebenfalls kaum vorhersehbar.

Herzinfarkt

Der Herzinfarkt gehört zu jenen Situationen, in der das Überleben von einer schnellen professionellen Hilfe abhängt.

Vorab: Herzinfarkt ist keine Männerkrankheit; Frauen sind in gleichem Maße betroffen.

Voraussetzung für eine schnelle, richtige Reaktion ist die korrekte Einschätzung der Symptomatik.

In zwei Drittel der Fälle sind Brustschmerzen oder Druck die klassischen Symptome eines Herzinfarkts. Vorsicht. Ein Drittel der Betroffenen hatte keine Brustschmerzen.

Atemnot, Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen in Kopf oder Schulter, in einen oder beide Arme ausstrahlender Schmerz, intensive Angst können hinzukommen.

Bei der Einschätzung der Symptome muss man einen Unterschied zwischen Männern und Frauen machen. Frauen haben die Neigung, ihre Symptome als Verdauungsbeschwerden, Nahrungsmittelvergiftung oder Vorboten einer Grippe abzutun, wodurch sachgerechte Hilfe bei ihnen öfter als bei Männern zu spät kommt.

Vor allem keine Panik – und schnell handeln:

Notarzt anrufen und den Herzinfarkt berichten. (Der Umweg über den Hausarzt kostet nur kostbare Zeit).

Sofort ein Aspirin (500 mg) nehmen, um eventuelle Blutgerinnsel aufzulösen.

Sofort ins Krankenhaus. Nicht selbst fahren, aber wenn ein Krankenwagen möglicherweise zu lange dauert, dann lassen Sie sich fahren.

 

ZUCKER


„Guter“ und „schlechter“ Zucker

Die meisten Menschen essen zu viele Kohlenhydrate in Form von schnell verwertbarem Zucker wie Süßigkeiten und Weißmehlprodukte. Zudem nehmen sie mit industriell gefertigten Lebensmitteln eine Menge versteckten Zucker auf – er verbirgt sich nicht nur in Süßspeisen oder Kindernaschereien, sondern auch in Fischsalaten, Würstchen oder Königsberger Klopsen. Das stimmt. Richtig ist auch, dass Sie davon dick werden – vorausgesetzt, Sie bewegen sich zu wenig. Doch der Haushaltszucker selbst wird zu Unrecht verteufelt, denn für Diabetes und Bluthochdruck ist Übergewicht verantwortlich, nicht der Zucker auf Ihrem Speiseplan. Wenn Sie einigermaßen normalgewichtig sind, kann Ihnen Zucker nicht wirklich etwas anhaben – es sei denn, Sie essen ihn in großen Mengen. Dass Zucker dumm macht, weil er langfristig den Blutzuckerspiegel absenkt und dadurch dem Gehirn Futter fehlt, wie sensationsheischende Zuckerkritiker behaupten, verweisen die seriösen Ernährungsmediziner ins Reich des Blödsinns. Wenn dem so wäre, würde der Mensch an Unterzuckerung sterben. Das weiß der Körper jedoch zu verhindern.

Der süße Geschmack rettete unseren Vorfahren das Leben

Von Geburt an sind Sie mit Sensoren für die Geschmacksrichtung „süß“ ausgestattet. Der erste Geschmack, mit dem ein Neugeborenes in Berührung kommt, ist die an Milchzucker reiche Muttermilch. Diese süße Erinnerung speichert das Gehirn in Verbindung mit dem wohligen Gefühl von Geborgenheit. Doch die Erinnerung geht noch viel weiter in die Entwicklungsgeschichte des Menschen zurück: Unsere Vorfahren orientierten sich an dem süßen Geschmack von Früchten und Beeren, denn er signalisierte ihnen Reife und Genießbarkeit. Bitteres wurde instinktiv als nicht genießbar und damit als unter Umständen gefährlich eingeordnet.

In fast allen Lebensmitteln wird Ihnen versteckter Zucker „untergejubelt“

Diesen natürlichen Hang zum Süßen macht sich die Lebensmittelindustrie in wachsendem Maß zunutze. Sie mischt Zucker in so gut wie alle Fertignahrungsmittel hinein – auch dort, wo Sie es gar nicht erwarten, wie etwa in Wurst. Ein Blick auf das Kleingedruckte verrät Ihnen, unter welchen Tarnnamen Zucker meist von Ihnen unbemerkt den Weg in Ihren Magen findet: Saccharose, Dextrose, Laevulose, Maltose, Laktose oder Fructose sind nichts anderes als Zucker. Rund 80 % der täglich verzehrten Zuckermenge nimmt der Bundesbürger inzwischen in Form von industriell verarbeiteten Lebensmitteln zu sich. Und das ist der Grund dafür, dass die meisten Menschen mehr Zucker essen, als ihnen gut tut. Rein statistisch gesehen kommen pro Person etwa 36 Kilo im Jahr zusammen – damit weitaus mehr als empfohlen und sinnvoll ist. Daran ist aber eben nicht der Zucker schuld. Damit Ihnen als Verbraucherin nicht klar wird, wie viel Zucker Sie eigentlich so schlucken, ist die Lebensmittelindustrie auf ein geniales Täuschungsmanöver gekommen: Sie wirbt mit dem Zusatz von „gutem“ Zucker – etwa braunem Zucker, Fruchtdicksäften oder Fruchtzucker.

Den Vogel schießen dabei die „Fruchtzwerge“ ab, für die mit dem Slogan „....mit der Süße von Früchten – ohne Zusatz von Kristallzucker“ geworben wird. Das klingt viel gesünder, nicht wahr? Ihrem Körper ist es jedoch ganz gleich, um welchen Zucker es sich handelt. Tatsächlich ist die zugesetzte Traubenfruchtsüße um nichts wertvoller als der herkömmliche Haushaltszucker. Für Ihren Körper ist Zucker gleich Zucker. Und kalorienmäßig nehmen sich alle Zuckerarten nichts. Von den in der Werbung propagierten Vitaminen und Mineralstoffen ist nach der industriellen Bearbeitung überdies meist nichts mehr übrig. Um beispielsweise Ihren Tagesbedarf an Vitamin B1, B2, oder B3 zu decken, müssten Sie 10 bis 20 Kilo braunen Zucker essen, wie die Fachzeitschrift Natur + Kosmos vorrechnet. Mit einem Schnitzel, Erbsen und einem Glas Milch fahren Sie da wesentlich besser. Wollten Sie den Vitamin C-Gehalt eines Apfels über Blütenhonig, Ahornsirup oder Fruchtdicksaft zu sich nehmen, kämen Sie gleichzeitig auf die 30fache Kalorienmenge.

Klebriger Zucker haftet länger an Ihren Zähnen

Aber Haushaltszucker ist für Karies verantwortlich, werden Sie nun möglicherweise einwenden. Richtig, doch gerade die als natürlich und gesund propagierten Zucker in Sirup, Dicksäften oder Honig kleben länger an den Zähnen als Kristallzucker. Also auch kein Pluspunkt für die natürlichen Zuckeralternativen. Traubenzucker hält ebenfalls nicht, was Ihnen versprochen wird. Zwar geht er schnell ins Blut über und spendet rasch Energie, doch hat er einen sprunghaften Absturz im Schlepptau: Nach dem abrupten Anstieg des Blutzuckerspiegels folgt postwendend eine starke Unterzuckerung, die den Appetit auf einen neuerlichen Zuckerverzehr auslöst. Das wiederum kann Ihre Bauchspeicheldrüse belasten und zu Übergewicht führen.

Auch dass Zuckerkonsum zu Diabetes führt, konnte bislang nicht bewiesen werden. Wissenschaftler, die jetzt einen entsprechenden Forschungsarm der „Women’s Health Study“ auswerteten, fanden beispielsweise keinen wesentlichen Einfluss von Zucker auf die Ausbildung eines Diabetes. Dennoch birgt ein übermäßiger Zuckergenuss das Risiko, dass es über den Umweg Übergewicht zu den gefürchteten Folgen kommt. Sobald die körpereigenen Zuckerspeicher voll sind, wird überschüssiger Zucker in Fett umgewandelt. Ein hoher Insulinspiegel behindert indes den Abbau von Speckröllchen. Ein ausgeprägter Zuckerkonsum bringt eine Menge Kalorien mit sich und verdrängt wertvolle andere Nährstoffe vom Speiseplan. Hinzu kommen oft ein hoher Fettkonsum und ein Mangel an Bewegung. Das alles kann im Verbund Krankheiten nach sich ziehen.


Alkohol: Rotwein schützt das Herz – und zerstört das Gehirn

In ewiner Studie waren 34.000 Männer mit unterschiedlich hohem Weinkonsum 16 Jahre lang beobachtet worden. Unter den gemäßigten Weintrinkern, die bis zu 48 g Alkohol pro Tag tranken, lag die Sterblichkeit an Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 30 % niedriger als im Bevölkerungsdurchschnitt. Weitere Studien ergaben sogar eine Senkung des Herzinfarktrisikos durch Rotwein auf die Hälfte. Tatsächlich haben schon kleine Mengen Alkohol – ob in Wein, Bier oder Schnaps – eine deutlich blutverdünnende Wirkung. Das verbessert die Fließeigenschaften und damit die Durchblutung des Körpers. Deswegen wird Ihnen ja auch nach einem Gläschen Alkohol so angenehm warm. Außerdem schützt dünneres Blut vor der Bildung von Blutgerinnseln, die tödliche Auswirkungen (z. B. Herzinfarkt, Lungenembolie) haben können.

Kleinere Mengen Alkohol schützen vor:

* Herzinfarkt

* Schlaganfall

* Thrombose

* Alzheimer-Krankheit

* Osteoporose

* Gallen- und Nierensteinen

* Infektionen

Doch diese positiven Wirkungen werden durch die negativen gleich wieder zunichte gemacht.

Schon wenig Alkohol schädigt die Gehirnzellen

Selbst kleine Alkoholmengen, wie sie in einem Glas Wein enthalten sind, können bei täglichem Konsum das Gehirn schädigen. Diese Aufsehen erregende Entdeckung veröffentlichte im Jahr 2003 ein Forscherteam der Psychiatrischen Universitätsklinik in Erlangen. Während große Alkoholmengen die Gehirnzellen direkt vergiften, schädigen kleine Alkoholmengen unsere Schaltzentrale im Kopf auf indirektem Weg: Der Alkohol treibt die giftigen Homozysteinwerte in die Höhe, die die Hirnzellen angreifen und zu einem Hirnschwund führen. Schon ein tägliches Glas Wein oder Bier erhöhe den Giftspiegel im Blut, erklärte dazu der Teamleiter, Privatdozent Dr. Stefan Bleich.

Wein und Bier – wichtige Lieferanten von Antioxidantien?

Wein- und Bierhersteller werden nicht müde, den Gehalt an gesunden Inhaltsstoffen ihrer Produkte zu preisen. Tatsächlich enthalten Wein und Bier auch sekundäre Pflanzenstoffe, z. B. Farb- und Gerbstoffe oder Hopfenbitterstoffe, die gesundheitsfördernde Effekte haben. Sie hemmen Entzündungen und Erreger, z. B. Kariesbakterien. Außerdem schützen sie die Gefäße als Antioxidantien vor dem Angriff freier Radikale. Doch stellt sich hier die Frage: Müssen diese gesunden Stoffe unbedingt in alkoholischer Lösung schwimmen? Denn andere Getränke, wie z. B. Gemüse- und Fruchtsäfte oder Kräutertee liefern dieselben Mengen gesunder Inhaltsstoffe bzw. sogar noch mehr.

Ab und zu ein Gläschen in Ehren ist erlaubt

Bei ehrlicher Betrachtung geht es uns beim Wein-, Bier- und Schnapstrinken doch um die beruhigende bzw. anregende Wirkung des Alkohols. Und dagegen ist ja auch gar nichts zu sagen, solange wir bei einem gelegentlichen Gläschen bleiben. Von täglichem Alkoholgenuss raten wir Ihnen aufgrund der Erlanger Forschungen jedoch ab.

Natürlich darf es in Gesellschaft auch mal etwas mehr sein. In der Tabelle finden Sie die Grenzwerte, die Sie Ihrer Gesundheit zuliebe aber besser einhalten sollten.

Grenzwerte für Alkohol

Alkoholgehalt maximale Trinkmenge pro Tag für Männer           pro Tag für Frauen

Bier 4 %                                                              0,75 l                            0,4 l

Wein 7 %                                                            0,4 l                               0,2 l

Likör 20 %                                                          0,15 l                             0,08 l

Schnaps 40 %                                                   0,08 l                            0,04 l

Die schädlichen Wirkungen des Alkohols

Wenn Sie die genannten Grenzwerte für den Alkoholkonsum regelmäßig überschreiten, gehen Sie folgende Risiken ein:

* Erhöhung des Blutdrucks

* erhöhtes Herzinfarktrisiko

* Leberschädigung

* erhöhtes Risiko für Mund-, Rachen- und Speiseröhrenkrebs

* höheres Risiko für Magenschleimhautentzündungen

* Übergewicht

* Gefahr der Alkoholsucht.

Frauen vertragen weniger Alkohol, weil ihr Körper weniger Wasser enthält, sodass Alkohol bei ihnen konzentrierter wirkt. Ferner verfügen Männer über höhere Enzymspiegel zum Abbau von Alkohol, die dazu noch rascher arbeiten.

 

Forum für Allergiker

Umfangreiches Forum für Allergiker von  PureNature
http://www.purenature.de/forum

Vom 10. April bis 10. Mai sind wir in der Schönheit und Stille des Himalaya, und daher erst danach wieder erreichbar.

Wir wünschen allen ein wahres Frühlings- Erwachen!

Veetman & Sukhi



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