Suchen in leben-sterben.de
homedas institut bewusstseintransformationmeditationcd-programmkontaktnewsletter


Gesundheit

Adipositas und Übergewicht

Für Adipositas (Fettsucht) und Übergewicht liegen die Ursachen in einer erhöhten Energiezufuhr begründet.


Das heißt, dass das Körpergewicht steigt, weil Betroffene dem Körper mehr Energie in Form von Kalorien zuführen, als er verbrauchen kann. In diesem Fall liegt eine positive Energiebilanz vor.

Werden Fette und Kohlenhydrate bei einer Mahlzeit in übermäßiger Menge aufgenommen, kann der Körper die Fette nicht ausreichend abbauen – sie lagern sich in den sogenannten Fettzellen ein. Beim Erwachsenen steigen also mit dem Grad der Adipositas der Gehalt und damit auch die Größe der Fettzellen an. Gleichzeitig nehmen Anzahl und Empfindlichkeit der sogenannten Insulinrezeptoren ("Insulinempfänger") im Fettgewebe ab. Die Fettzellen sprechen nicht mehr so gut auf das Hormon Insulin an, das entscheidend an der Kontrolle des Blutzuckers beteiligt ist, und können den durch Nahrungsaufnahme ansteigenden Blutzucker (Glukose) nicht mehr ausreichend verwerten. Das Hungergefühl wächst.

Da sich die Fette zunehmend anlagern entsteht außerdem eine starke Wärmeisolierung. Bewegt man sich gleichzeitig zu wenig, nimmt man zwar Energie durch die Nahrung auf, diese kann aber kaum noch in nennenswerter Weise abgegeben werden.

Bestimmte Hormone, körperliche Bewegung und die Nahrungsmenge haben entscheidenden Einfluss auf die Größe und Anzahl der Fettzellen. Kortison zum Beispiel erhöht die Beladung der Fettzellen, während männliche Sexualhormone (Androgene) die Zahl der Fettzellen reduzieren, ohne das Volumen der Zellen selbst zu beeinflussen. Hungerzustände und körperliche Bewegung verkleinern die Fettzellgröße. Überhaupt scheint im Erwachsenenalter die Anzahl der Fettzellen im Gegensatz zu ihrem Gehalt an Fett kaum noch beeinflussbar zu sein. Deshalb ist die Therapie von Adipositas und Übergewicht häufig sehr schwierig und kann nur durch grundlegende Veränderungen in der Lebensweise langfristig erfolgreich sein.

 

Essverhalten: In Ländern mit ausreichender Nahrungsversorgung nehmen Menschen oft erheblich mehr Kalorien zu sich, als sie für die Deckung ihres Energiebedarfs benötigen. Grund hierfür ist die Zusammensetzung der aufgenommenen Nahrung mit einem übermäßigen Anteil an Fetten und Kohlenhydraten und einem geringen Gehalt an Ballaststoffen. Unterschätzt wird häufig auch der Energiegehalt der zugenommenen Getränke wie Fruchtsäfte oder Bier. Darüber hinaus spielen Störungen im Essverhalten eine bedeutende Rolle. Einige Übergewichtige essen häufiger und vor allem schneller als normalgewichtige Menschen. Bei der Nahrungsaufnahme werden durch die Dehnung des Magens über Nerven Impulse an das Gehirn ausgesendet, welche das Sättigungsgefühl herbeiführen. Wird zu schnell gegessen, stellt sich dieses Sättigungsgefühl erst ein, wenn bereits mehr Nahrung als eigentlich benötigt aufgenommen wurde.

Mangelnde körperliche Bewegung stellt in der modernen Gesellschaft ein großes Problem dar. Der daraus resultierende geringe Energieverbrauch begünstigt entscheidend die Entstehung von Adipositas und Übergewicht.

Psychische Faktoren: Seelische Unausgeglichenheit, Ärger, Ängste, Stress oder Langeweile sind häufig der Auslöser für gestörtes Essverhalten, zum Beispiel für sogenannte "Heißhungerattacken" oder "Frustfraß".

Genetische Ursachen: Da Adipositas und Übergewicht in bestimmten Familien häufiger vorkommen als in anderen, scheinen genetische Ursachen eine wichtige Rolle bei ihrer Entstehung zu spielen. So vermutet man, dass der individuelle Grundumsatz im Stoffwechsel eines Menschen genetisch festgelegt ist. Dabei handelt es sich um die Anzahl an Kalorien, die der Körper im Ruhezustand verbraucht. Manche Menschen verbrauchen in Ruhe viele Kalorien, sodass sie entsprechend viel essen können, ohne zuzunehmen. Andere dagegen haben nur einen geringen Grundumsatz und nehmen schnell an Körpergewicht zu. Hinsichtlich der Häufung von Adipositas und Übergewicht in bestimmten Familien diskutiert man neben genetischen Ursachen jedoch vor allem auch die Weitergabe von Ernährungsgewohnheiten.

Medikamente wie Glukokortikoide, die Antibabypille, Antidiabetika, Antidepressiva oder Neuroleptika steigern den Appetit und können so zu einer vermehrten Nahrungsaufnahme führen. Erhöhtes Körpergewicht ist die Folge.

Hormonelle Erkrankungen: Bestimmte hormonelle Erkrankungen wie Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) oder das sogenannte Cushing-Syndrom können ebenfalls zu Übergewicht führen.

Weitere Faktoren: Weitere Faktoren wie eine lange Bettlägrigkeit, Schwangerschaft, Nikotinverzicht oder Operationen in der Hypethalamusregion können zu Übergewicht führen..

 

Adipositas (Fettsucht) und Übergewicht erhöhen das Risiko dafür, dass sich verschiedenste Erkrankungen ausbilden und sich dadurch die Lebenserwartung deutlich verkürzt.

Diabetes mellitus

Bei dauerhaft überreicher Ernährung sinken durch das Überangebot an Glukose und den damit verbundenen chronisch erhöhten Insulinspiegel Sensibilität und Anzahl der Insulinrezeptoren an den Körperzellen. Das freigesetzte Insulin reicht somit nicht mehr aus, um den Glukoseüberschuss abzubauen, weshalb der Körper unter einem relativen Insulinmangel leidet und neues Insulin bilden muss. Die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse werden über längere Zeit vermehrt beansprucht, was schließlich zu ihrer Erschöpfung führt. Es bildet sich in der Folge ein sogenannter insulinresistenter Diabetes mellitus vom Typ II aus.

Stoffwechselstörungen

Adipositas (Fettsucht) und Übergewicht verursachen Veränderungen im Fettstoffwechsel, wobei es zu einem Überangebot von Cholesterin und Triglyceriden im Blut kommt. Die Konzentration von sogenanntem HDL-Lipoprotein, das für den Abtransport von Cholesterin aus dem Körpergewebe in die Leber verantwortlich ist und auf diese Weise dessen Abbau unterstützt, sinkt. Die Konzentration an LDL-Lipoprotein dagegen steigt an. LDL enthält besonders viel Cholesterin und begünstigt, dass die Blutgefäßwände durch Verkalkung geschädigt werden (Arteriosklerose). Weitere Folgen chronisch erhöhter Blutfettwerte sind eine Verfettung der Leber (Fettleber) und die Bildung von Gallensteinen. Störungen im sogenannten Purinstoffwechsel mit einer Steigerung der Harnsäurekonzentration führen zur Entstehung von Gicht.

Herz-Kreislauferkrankungen

Adipositas (Fettsucht) und Übergewicht stellen für das Herz-Kreislaufsystem eine starke Belastung dar. Folgeerscheinungen wie Diabetes mellitus und Störungen im Fettstoffwechsel schädigen die Blutgefäße (Arteriosklerose) und begünstigen somit die Entstehung von Bluthochdruck, Schlaganfall oder Herzerkrankungen wie koronarer Herzkrankheit (Angina pectoris) oder Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz).

 

Bei Adipositas (Fettsucht) und Übergewicht können Betroffene die Diagnose durch einen Blick auf die Waage, die Berechnung des Body Mass Index (BMI) und die Erfassung des Taillenumfangs leicht selbst stellen.

Durch den behandelnden Arzt sollte eine eingehende Befragung zur Krankheitsgeschichte und den bisherigen Lebensgewohnheiten (Ernährung, Essverhalten, familiäres und berufliches Umfeld, Bewegungsaktivitäten etc.) erfolgen, um später einen geeigneten Therapieplan erstellen zu können. Verschiedene Untersuchungen wie Blutanalyse, Blutdruckmessung, EKG oder Ultraschall (Sonographie) von Gallenblase und Leber schließen sich an, um die Ursachen für vorliegendes Übergewicht genau abzugrenzen und festzustellen, ob bereits Folgeerkrankungen vorliegen

 

 

Beträgt der berechnete BMI 30 kg/m2 oder mehr, liegt also Adipositas (Fettsucht) vor, sollte in jedem Fall durch geeignete Maßnahmen versucht werden, das Körpergewicht zu senken, um das Risiko für Folgeerkrankungen zu minimieren. Bei welchem Übergewicht eine Therapie erfolgen sollte, legt eine Expertenempfehlung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft fest. Besteht geringes Übergewicht (BMI 25-29,9), ist dieses nur dann behandlungsbedürftig, wenn gleichzeitig übergewichtsbedingte Erkrankungen wie Diabetes mellitusTyp II oder Bluthochdruck vorliegen, wenn Erkrankungen bestehen, die sich durch Übergewicht verschlimmern, wenn der Betroffene ein abdominales Fettverteilungsmuster (Taillenumfang von mehr als 88 Zentimetern bei Frauen und von mehr als 102 Zentimetern bei Männern) aufweist oder wenn er aufgrund seines Übergewichts unter hohem psychosozialen Druck leidet.

 

Bei Übergewicht muss das Therapieziel realistisch und dem jeweiligen Einzelfall angemessen abgesteckt werden. Von großer Bedeutung ist es, das Körpergewicht über die eigentliche Phase der Gewichtsabnahme hinaus langfristig zu stabilisieren. Wichtig ist auch, durch entsprechende Maßnahmen eine allmähliche Abnahme des Körpergewichts über einen längeren Zeitraum anzustreben, um die mit der Gewichtsreduzierung einhergehende Belastung für den Organismus möglichst gering zu halten. Zu jedem Zeitpunkt der Behandlung steht es im Vordergrund, die Lebensqualität zu verbessern.

Eine erfolgreiche Therapie des Übergewichts setzt Kooperationsbereitschaft und Motivation des Betroffenen voraus. In besonders schweren Fällen von Adipositas sollten gezielte Therapieprogramme unter stationären Bedingungen oder in geeigneten Rehabilitationseinrichtungen durchgeführt werden. Auch Selbsthilfegruppen oder selbstständig durchgeführte Diätmaßnahmen unter ärztlicher Aufsicht sind zu empfehlen. Langfristig kann das Körpergewicht nur in Eigenverantwortung stabil gehalten werden. Der Übergewichtige sollte daher umfassend über die Erkrankung, die damit einhergehenden Risiken und erfolgreiche Behandlungskonzepte informiert sein.

Die systematische Behandlung von Übergewicht beziehungsweise Adipositas beruht im Wesentlichen auf den drei Säulen Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie. Nur in besonderen Fällen müssen zusätzlich medikamentöse oder chirurgische Maßnahmen angewendet werden.

Ernährung

Eine Ernährungstherapie bedeutet nicht zwangsläufig strenge Diät, in der zum Beispiel auf Süßigkeiten oder Alkohol verzichtet werden muss. Vielmehr kommt es kommt auf die Ausgewogenheit und Menge der Ernährung an.

Um Gewicht unmittelbar zu reduzieren, wird ein tägliches Energiedefizit von 500 bis 800 kcal empfohlen. Um dieses Defizit zu erreichen, sollte auf eine ausgewogene Mischkost, die fettarm, ballaststoff- und stärkereich sein sollte, geachtet werden. Günstig sind hierbei vor allem Obst, Gemüse und Vollkornprodukte. Wichtig ist, dass auch die Energiemenge der aufgenommenen Getränke in diesen Wert eingeht, wobei die tägliche Trinkmenge 1,5 bis 2 Liter nicht unterschreiten sollte. Wird eine solche fettarme Kost durchgeführt und die körperliche Aktivität gleichzeitig gesteigert, kann das Gewicht über einen Zeitraum von 12 bis 24 Wochen um etwa 0,3 bis 1 Kilogramm pro Woche reduziert werden.

Wird die Fettaufnahme auf etwa 60 Gramm pro Tag bei unbegrenztem Verzehr von Kohlenhydraten verringert, führt dies ebenfalls zu einem Energiedefizit. Der zu erwartende Gewichtsverlust ist dabei umso größer, je höher das Ausgangsgewicht ist, beträgt im Mittel jedoch nur etwa 3,2 Kilogramm. Darüber hinaus ist die alleinige Reduzierung der Fettaufnahme geeignet, um nach einer Gewichtssenkung das Körpergewicht stabil zu halten.

Kostformen mit sehr niedriger Energiezufuhr (800 bis 1200 kcal/Tag), zum Beispiel Formula-Diäten, ermöglichen einen hohen Gewichtsverlust innerhalb eines kurzen Zeitraums. Sie sind vor allem bei stark übergewichtigen Personen ratsam, die aus medizinischen Gründen (z.B. vor einer Operation) kurzfristig Gewicht abnehmen sollen. Da aufgrund des starken Energiedefizits Nebenwirkungen der Therapie auftreten können, sollten solche kalorisch sehr niedrigen Kostformen höchstens zwölf Wochen durchgeführt und unbedingt von einem Arzt betreut werden. Darüber hinaus muss auf eine tägliche Trinkmenge von 2,5 Litern geachtet werden. Eiweißreiche Kost kann ebenfalls das Körpergewicht kurzfristig zu senken.

Extrem einseitige Diäten wie Ananas-Diät, Atkins-Diät oder gar Fasten bergen medizinische Risiken und sind für die Behandlung von Übergewicht oder Adipositas nicht zu empfehlen.

Auch nachdem das gewünschte Körpergewicht erreicht ist, sollte eine ausgewogene Ernährung beibehalten werden. Da der Energieverbrauch des Körpers im Rahmen einer Gewichtssenkung insgesamt zurückgeht, würde die Rückkehr zur früheren Ernährung eine Wiederzunahme des Körpergewichts bedeuten (Jo-Jo-Effekt).

Körperliche Bewegung

Körperliche Aktivität verbraucht vermehrt Energie und ist daher bei Übergewicht ein entscheidender Faktor, um das Körpergewicht zu senken beziehungsweise zu stabilisieren. Studien haben ergeben, dass ein zusätzlicher Energieverbrauch von mindestens 2500 kcal pro Woche notwendig ist, um das Körpergewicht messbar zu reduzieren. Empfohlen werden daher mindestens fünf Stunden körperliche Bewegung pro Woche zusätzlich zu den bisherigen Aktivitäten. Bewegung ist besonders geeignet, um ein reduziertes Körpergewicht stabil zu halten. Hierfür werden drei bis fünf Stunden vermehrte Bewegung pro Woche angeraten.

Art und Intensität der Bewegung sollten unbedingt auf den körperlichen Zustand und bestehende Erkrankungen des Betroffenen Rücksicht nehmen. Auch Vorlieben und besondere Bedürfnisse für bestimmte Sport- oder Bewegungsarten sind zu berücksichtigen. Man sollte Spaß an der entsprechenden Bewegung haben, da sie einen künftig regelmäßig begleiten wird. Ausdauersportarten wie Walken, Wandern, Joggen, Schwimmen oder Radfahren sind besonders zu empfehlen. Auf sportliche Höchstleistungen kommt es dabei in keinster Weise an.

Ein besonderes Problem besteht darin, dass viele Menschen im beruflichen oder privaten Alltag unter Bewegungsmangel leiden. Grundsätzlich ist daher jede Form von zusätzlicher Bewegung nützlich. So ist es beispielsweise zu empfehlen, im Büro bestimmte Arbeitsgeräte wie Telefon, Drucker oder Handbücher aus dem bequemen Greifraum am Schreibtisch zu entfernen, sodass die sitzende Tätigkeit durch wiederholtes Aufstehen unterbrochen werden muss. Auf Rolltreppe oder Fahrstuhl sollte immer mal wieder verzichtet werden. Kleinere Wege, die gern mit dem Auto erledigt werden, lassen sich oft durch einen Spaziergang an der frischen Luft zurücklegen.

Verhaltenstherapie

Meist reicht es nicht aus, einfach nur den Speiseplan umzustellen. Um langfristig das Körpergewicht auf einem niedrigeren Wert stabil halten zu können, müssen in vielen Fällen die bisherigen Lebensgewohnheiten, insbesondere das Essverhalten, umgestellt werden.

Eine wichtige Maßnahme ist es, langsam und bedächtig essen zu lernen. Viele Übergewichtige essen zu schnell, sodass sich das Sättigungsgefühl erst einstellt, wenn sie bereits mehr Nahrung als eigentlich nötig aufgenommen haben. Auch die Beobachtung des eigenen Ess- und Trinkverhaltens, zum Beispiel in Form eines Ernährungstagebuchs, kann hilfreich sein. Dadurch ist es möglich herauszufinden, welche Faktoren zu Störungen im Essverhalten führen, zum Beispiel Auslöser für Heißhungerattacken sind. Kontrolliertes Essen, etwa das Vermeiden von "nebenbei essen" oder Nebentätigkeiten wie Zeitungslesen während der Mahlzeit, kann dazu beitragen, solche Auslöser künftig zu vermeiden.

 

Übergewichtige Personen mit einem Body Mass Index (BMI) von mehr als 30, bei denen Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie allein keinen durchschlagenden Erfolg zeigen, können zusätzlich mit gewichtsreduzierenden Medikamenten behandelt werden. Diese medikamentöse Therapie sollte nur dann über einen längeren Zeitraum fortgesetzt werden, wenn innerhalb der ersten vier Wochen eine Gewichtsabnahme von mindestens zwei Kilogramm gelingt.

 

Auf dem Markt kursieren unzählige Appetithemmer, die das Körpergewicht angeblich schnell und zuverlässig reduzieren. Ihre Wirksamkeit beruht im Wesentlichen auf dem Prinzip des Magenfüllers. Die eingenommene Kapsel wird ähnlich einem Schwamm durch Flüssigkeit im Magen aufgeschwemmt. Der Magen füllt sich auf diese Weise, sodass sich ein Sättigungsgefühl einstellt. Die Wirksamkeit dieser Schlankheitsmittel ist jedoch in vielen Fällen umstritten. Darüber hinaus zeigten sich bei ihrer Anwendung in der Vergangenheit zum Teil lebensbedrohliche Nebenwirkungen, sodass verschiedene Präparate vom Bundesinstitut für Arzneimittelrecht und Medizinprodukte bereits verboten wurden. Zurzeit sind lediglich drei gewichtssenkende Wirkstoffe zur Behandlung von Adipositas zugelassen, Orlistat, Sibutraminund und Rimonabant

Verschiedene Studien zeigen, dass eine Senkung des Körpergewichts bei Adipositas (Fettsucht) und auch bei Übergewicht erhebliche Vorteile bringt. So kann das Risiko für die Ausbildung von Diabetes mellitus Typ II um mehr als 30 Prozent und für die Entwicklung bösartiger Tumoren um mehr als 40 Prozent gesenkt werden. Bei einer Reduktion des Körpergewichts um zehn Kilogramm sinkt der Blutdruck bei Betroffenen mit chronischem Bluthochdruck um 7 mm Hg systolisch und 3 mm Hg diastolisch. Auch das Risiko für die Entstehung eines chronischen Bluthochdrucks lässt sich durch Gewichtsabnahme verringern. Bei einer Abnahme von zehn Kilogramm sinkt der Spiegel an Gesamtcholesterin um durchschnittlich zehn Prozent, an LDL-Lipoprotein ("schlechtes" Cholesterin) um 15 Prozent und an Triglyceriden um 30 Prozent. Die Konzentration an HDL-Lipoprotein ("gutes" Cholesterin) steigt dagegen um acht Prozent. Insgesamt ist eine um bis zu 20 Prozent verminderte Sterblichkeitsrate zu beobachten.

 

Die Senkung des Körpergewichts birgt jedoch auch einige Nachteile. So steigt das Risiko für die Bildung von Gallensteinen und zwar umso stärker, je schneller und ausgeprägter die Gewichtsabnahme ist. Bei drastischen Gewichtssenkungen kann die Knochendichte abnehmen. Vor allem Frauen jenseits des 50. Lebensjahrs haben daher ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche, insbesondere Hüftfrakturen. Für die häufige Annahme, dass Diäten beziehungsweise Programme zur Reduktion des Körpergewichts die Entwicklung von Essstörungen fördern sollen, gibt es bisher keinen eindeutigen Beweis.

 

Mit einer ausgewogenen Ernährung und regelmäßiger Bewegung kann man Adipositas (Fettsucht) und Übergewicht vorbeugen. Die Behandlung von Adiposits (Fettsucht) und Übergewicht gestaltet sich mit zunehmender Dauer und Ausprägung der Erkrankung immer schwieriger. In manchen Fällen ist es nicht mehr möglich, übergewichtsbedingte Folgeerkrankungen zu heilen, indem Betroffene das Körpergewicht senken. Darüber hinaus stellt die Adipositas in den westlichen Industrieländern mittlerweile eine erhebliche sozialökonomische Belastung dar. Aus diesem Grund sollten sowohl von Seiten der Gesundheitspolitik als auch von Seiten der Bevölkerung alle Anstrengungen unternommen werden, eine Entstehung von Übergewicht zu verhindern.

Begonnen werden muss damit bereits im frühesten Kindesalter. Zielgruppe ist in erster Linie die Familie. Studien zeigen, dass Betreuungsprogramme zu einer langfristigen Gewichtsreduktion übergewichtiger Kinder führen, wenn die Eltern der Kinder in die Verhaltenstherapie mit eingebunden werden. Grundsätzlich wird zur Prophylaxe von Übergewicht ein gesunder Lebensstil mit regelmäßiger körperlicher Bewegung, regelmäßigen Mahlzeiten und einer fettarmen, stärke- und ballaststoffreichen Ernährung empfohlen.

 

Individuelle Therapie bei Suchtverhalten

 

 

Über uns | Site Map | Impressum | Kontakt | © 2009 Institut für Leben und Sterben