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Heilung
Traumatischer
Erfahrungen
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Seminar
zur Traumaheilung
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Ungeheilte seelische
Wunden und Verletzungen aus traumatischen Erfahrungen oder Verlusten überschatten
unsere Fähigkeit zu Beziehungen und zur Selbstliebe. Daraus entstehen oft die
Unfähigkeit, Liebe zu geben und anzunehmen, Isolation und Angst vor Menschen,
Situationen und den Anforderungen unseres Lebens. In
sehr individueller psychologischer und spiritueller Heilungsarbeit
bringen wir Bewusstheit und Verstehen in traumatische Erfahrungen aus der Vergangenheit,
so daß wir wieder frei und mit Vertrauen am Leben teilnehmen können. |
Trauma : seine Symptome
seelische Folgen
mögliche Heilung und Integration
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Traumatische
Erfahrungen hinterlassen in der Seele
Wunden, die meist viel schwerer verheilen als körperliche Wunden.
Menschen, die traumatische Erfahrungen erlitten haben, scheint es so, als ob ihre
Seele in mehrere Teile zerrissen sei. Sie leben mit vollkommen entgegengesetzten
Gefühlen und Gedanken :reizbar und erstarrt, von Erinnerungen überflutet und ohne
Erinnerungen, voller Wut und Scham. |
In
vielen verschiedenen Situationen können Menschen Gewalt in einer Weise erfahren,
die sich traumatisch auswirkt: Bei Misshandlung, Missbrauch, Vergewaltigung oder
bei schockartig wirkenden Erfahrungen wie Verkehrsunfällen, Geiselnahme und Katastrophen.
Der Verlust eines geliebten Menschen kann traumatisch sein, und selbst das
blosse Beobachten von Gewalttätigkeiten an Menschen oder Tieren kann tiefe
traumatische Störungen hervorrufen. |
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Viele
Menschen schaffen es allein , traumatische Erfahrungen zu verarbeiten. Warum das
so ist, können Psychologen noch nicht sagen. Sicher scheint bisher eins: Es liegt
weniger daran, wie robust die Seele eines Menschen ist, und mehr daran,
was ihm geschieht und wie es geschieht, ob z.B. die Umstände besonders erschütternd
oder demütigend sind. Entscheidend ist auch, wie die Umwelt reagiert, ob sie das
Opfer nachher unterstützt oder das Geschehene verleugnet und ihm im schlimmsten
Fall eine Mitschuld zuweist. Natürlich ist auch das Alter entscheidend, und die
Fähigkeit, das Geschehene zu verstehen und zu verarbeiten und darüber zusprechen.
Je früher eine traumatische Erfahrung geschieht, desto tiefer wird sie das Lebensgefühl
bestimmen und den Selbstwert eines Menschen verletzen.
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Die seelischen
Folgen sehr unterschiedlicher traumatisierender Erlebnisse
bezeichnet die Psychotherapie als "posttraumatische
Belastungsstörungen".
Es existiert ein komplexes
Bild der Symptome:
Flashbacks-plötzliches Wiedererleben der traumatisierenden Situation-
und Alpträume, emotionale Taubheit und fehlende Gefühle, Schreckhaftigkeit
und Übererregung; Depressionen, Ängste und Schlaflosigkeit; das
Vermeiden von Situationen und Verhalten, die an das Trauma erinnern
könnten, fehlende Belastbarkeit und Selbstvertrauen im täglichen
Leben, Unfähigkeit zu erfüllenden menschlichen Beziehungen,
Scham- und Schuldgefühle.
Grundsätzlich
liegt der Schlüssel zum Verständnis der posttraumatischen Störungen in der traumatisierenden
Situation selbst.
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Bei einem
Trauma zerbricht in einer schockartigen Situation die ganze psychische Organisationsstruktur
eines Menschen. Die Seele wird überfordert und überwältigt, und wenn sie das Trauma
nicht verarbeiten oder verdauen kann, und schließlich gebrochen.
Bei vielen traumatisierten
Menschen geschieht Introjektion: Das Opfer identifiziert sich mit dem Aggressor.
Denn das, was ihm von einer vertrauten Person angetan wird, ist unerträglich und
es kann sich kaum vorstellen, daß ein Mensch das tut. Daher nimmt das Opfer die
Tat des Täters in sich selbst hinein, schreibt es sich selbst zu. Und das
Opfer übernimmt auch das unbewusste Schuldgefühl des Täters, das dieser selbst
meist nicht empfindet, so daß die Aggression und die Schuld wie Fremdkörper
in seiner Seele weiterleben.
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Auch
in der Familie entstehen Trauma. Kinder werden missbraucht und misshandelt. Die
häufigste Form der Gewalt gegen Kinder ist Vernachlässigung: wenn Kinder
nicht ausreichend ernährt , gesundheitlich schlecht versorgt oder
nicht vor Gefahren geschützt werden. Traumatische Erfahrungen können auch
durch Deprivation entstehen, einem Mangel an Zuwendung und Geborgenheit,
ausgelöst durch Verlust, Tod oder Trennung der Eltern und geliebter Menschen. |
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Ob es
nach sexuellem Missbrauch später zu seelischen Störungen kommt, hängt von
der Situation ab. Besonders traumatisch wirkt sich eine mit Gewalt erzwungene
Handlung aus, wenn sich der Missbrauch über längere Zeit erstreckt, wenn mehrere
Personen beteiligt sind oder wenn der eigene Vater der Täter ist. In seinem Buch
über Inzest schreibt der Düsseldorfer Psychoanalytiker Matthias Hirsch, daß
weniger die einzelne Handlung zerstörend ist, als vielmehr die Tatsache, daß das
Kind in seinen Gefühlen und in seinem Urteil über die Realität völlig verwirrt
wird. Wird der Missbrauch in der Familie auch noch verschwiegen, kommt das Kind
in eine ähnliche Situation wie der Gefolterte in der Gesellschaft: er hat etwas
erlebt,das niemand wahrhaben möchte und vielleicht sogar niemand glaubt. Daher
muss es diese Erfahrung an einem Platz in seiner Seele begraben, von dem es glaubt,
daß von dort nichts mehr an die Oberfläche , ins Bewusstsein, kommt.
In einer Situation, in der
unser Leben oder unsere seelische Integrität bedroht sind, oder in der wir das
Gefühl haben, wir seien bedroht, gibt es nur zwei instinktive Reaktionen: Flucht
oder Kampf. Das
mißbrauchte Kind kann aber nicht fliehen oder kämpfen. wie alle Opfer einer traumatischen
Situation. Ein Ausweg ist, sich totzustellen, nichts mehr zu fühlen, um nicht
von schmerzhaften Gefühlen überwältigt zu werden. Die Situation mit dem Bewusstsein
verlassen, während der Körper sie durchlebt, um sie nicht bewusst erleben zu müssen.
Die Psychotherapie nennt dies "Dissoziation", wenn so das traumatische
Erleben aufgespalten wird, oder "Derealisierung", wenn jemand sich in
eine andere, phantasierte Wirklichkeit begibt. Dies sind Schutzmechanismen in
der traumatischen Situation, die allerdings später zu Symptomen einer seelischen
Störung werden können, wenn man sie im weiteren Leben beibehält, wenn man sich
nicht spürt, betäubt ist, sich abgestumpft oder kalt fühlt.
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Der
Kölner Traumaforscher Gottfried Fischer sagt: Symptome,
die jemand als Folgen eines Traumas entwickelt, weisen darauf hin , was
einem Opfer widerfahren ist, und zugleich daran, wie er die traumatische
Situation zu bewältigen versuchte. Forscher vermuten, daß in der traumatischen
Situation das wahrnehmende Bewusstsein ausgeschaltet wird. So wie man im Schock
nicht sprechen kann, kann es auch sein, daß die schockierende Erfahrung nicht
als sprachlich faßbare Erinnerung gespeichert wird, sondern als Körperempfindungen,
Bilder oder quälende Gefühle. Daher kann man sich in der Behandlung nur
der Realität des Opfers annähern, denn es ist schwer, in der Therapie zwischen
Bildern, Phantasien und Erinnerungen zu unterscheiden. Aber diese Annäherung sollte
in jeder Traumatherapie versucht werden. Der
Therapeut sollte selbst keine Angst vor der Aufdeckung eines Trauma haben, und
dem Patienten helfen, sich von Schuldgefühlen und den Folgen des Schreckens
zu befreien. |
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Die Heilung von Traumafolgen braucht eine
neue Art der Therapie: Klient und Therapeut müssen miteinander
in Bewegung geraten können. Alle starren Theorien und
Vorschriften schaden nur, ehrliches Mitgefühl , neueste Therapieformen
und Meditation sind notwendig zur Heilung von Trauma.
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Künstlerische, gestalterische
und körperbezogene Methoden werden daher genauso herangezogen wie das therapeutische
Gespräch und therapeutische Techniken. Die
Behandlung von Traumafolgen richtet sich nach der Art des Traumas. Man
unterscheidet Traumata als Folge einmaliger plötzlicher Ereignisse, wie eines
Überfalls, eines Verkehrsunfalls, einer Katastrophe oder des überraschenden Todes
einer geliebten Person, und Traumata, die in Verbindung mit lang anhaltenden menschlichen
Übergriffen stehen wie Folter, Mißbrauch oder Mißhandlung. Traumata
des ersten Typs sind am ehesten mit einer Therapie zu behandeln, die einen Fokus
auf die traumatische Situation selbst und das Vermeiden einer ähnlichen Situation
richtet. So lassen sich zum Beispiel bei der Behandlung der Opfer von Verkehrsunfällen
gute Erfolge mit einer Verhaltenstherapie erzielen, bei der die Patienten den
Unfall in der Vorstellung oder an Ort und Stelle noch einmal durchgehen, wodurch
das Erlebte allmählich weniger belastend wird. Psychologen sprechen dabei von
,,Konfrontationsrnethode". Die
Psychotherapie bedient sich zum Teil derselben Mechanismen, zu denen der Mensch
aus Selbstschutz in der traumatischen Situation greift. Zum Beispiel der Dissoziation.
Aus der Hypnotherapie, einer psychotherapeutischen Schule,
die Methoden der klassischen Hypnose aufgreift und mit veränderten Bewußtseinszuständen
arbeitet, stammt die Technik der ,,aktiven Dissoziation". Dabei spricht der
Patient über das Ereignis, beispielsweise einen Raubüberfall, als ob er ihn auf
einem Bildschirm als Film vor sich sehen würde. Er tritt in den Film hinein, um
zu spüren, was er dort erlebt, und geht wieder hinaus, wenn es zuviel wird, und
dies mehrfach hin und her. Er kann dabei auch aufgefordert werden, in die Angst
und die Spannung hineinzuatmen, die er dabei spürt, damit sich die alte Erstarrung
löst. In der traumatischen Situation bleibt ein Mensch ja sozusagen mitten in
einer Bewegung oder Handlung stehen, wenn er von dem Ereignis überwältigt wird.
Körperbezogene Techniken, mit deren Hilfe im Atmen oder Zittern des Körpers die
schockgefrorene Spannung freigegeben wird, dienen dazu, unvollendete Bewegungen
oder Handlungen zu vollenden und damit körperlich wieder handlungsfähig zu werden. Bei
Traumata wie Folter oder Mißbrauch dagegen dient eine psychotherapeutische Arbeit
mit dem Körper oft dazu, die toten Zonen des Erlebens erst einmal wieder zugänglich
zu machen. Der
Gedanke, blockierte Selbstheilungskräfte wieder in Gang zu bringen, steckt auch
hinter einer Methode der Psychologin Francine Shapiro. Dabei folgt der Patient
mit den Augen den schnellen Fingerbewegungen des Therapeuten, während er sich
das traumatische Ereignis vergegenwärtigt. Nach vielen empirischen Studien kommt
es dabei zu einer Auflösung belastender Gefühle und negativer Gedanken. Man erklärt
sich das so, daß in der traumatischen Situation das Gehirn das Geschehen nicht
verarbeiten kann, in der therapeutischen Aufspaltung der Aufmerksamkeit aber dann
neue neuronale Verbindungen geschaltet werden, die es ermöglichen, zu einer Integration
der Erfahrung zu kommen. Die
Integration des Geschehenen ist im Grunde das Ziel jeder Trauma-Therapie:
Daß die Gefühle aus der traumatischen Situation einen nicht mehr beherrschen;
daß das Trauma zu einer Erinnerung werden kann, zu etwas, das einem widerfuhr,
aber nicht mehr bedrängt; daß aus dem Opfer jemand wird, der etwas in seiner Vergangenheit
erlebt oder überlebt hat. Vor
aller Bearbeitung des Traumas gilt es den Opfern zu helfen, sich in ihrem Körper
und in ihrer Welt wieder zurechtzufinden. Psychotherapeuten sprechen davon, die
eigenen Ressourcen zu reaktivieren, also diejenigen Kräfte, über die ein Mensch
vor seinem traumatischen Erlebnis verfügte. Die alte Freude, die alte Tatkraft,
die alte Lebendigkeit. Für einen Menschen, der an seinem Trauma anhaltend leidet,
ist seine Geschichte stehengeblieben im Schock. Wem es gelingt, frühere Kräfte
wiederzubeleben, sich wieder mit dem Menschen zu verbinden, der er vor dem Trauma
war, dessen Wunde kann vernarben. Er gewinnt seine Lebensgeschichte zurück, in
der das Trauma eine Erinnerung aus der Vergangenheit werden kann. |
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