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Bewusstes Leben und Sterben

KINDER UND IHR VERHÄLTNIS ZUM TOD

In welchem Lebensalter können Kinder mit dem Tod konfrontiert werden?

Sterben und Trauer gehören auch für Kinder zum Lebensalltag. Sie greifen nach dem Käfer, patschen nach ihm und verstehen dann nicht, warum er plötzlich regungslos liegen bleibt. Kleine Kinder haben noch keine reale Vor­stellung vom Tod. Die bildet sich erst in einem' Prozess heraus, der im Grunde genommen mit der Geburt beginnt. Liegt ein toter Vogel auf der Straße, sollten Erwachsene nicht einfach weitergehen. Besser ist es, nun die Begriffe Tod und Sterben si­tuationsangemessen einzuführen. Nicht die Kinder sind zu klein für das Thema, sondern wir. Wir haben so viele Probleme mit dem Sterben und dem Umgang mit dem Tod, dass wir das auf die Kinder projizieren. Oft werden Kinder aus Rücksicht zunächst verschont und später vor vollendete Tatsachen gestellt. So werden auch sie den Tod zu verleugnen lernen.

Wie entwickeln Kinder denn eine reale Vorstellung vom Tod?

Todesvorstellungen entwickeln sich bei Kindern in Phasen. Kinder unter drei Jahren haben noch keinen Begriff von der Zeit. Tot sein bedeutet, dass jemand weg ist. Kinder zwischen drei und sechs Jahren begreifen nicht die Endgültigkeit. Verstorbene sind für sie nur zeitweise tot und können wieder lebendig werden. Das zeigt sich an typischen Fragen wie "Essen Tote dasselbe wie wir?" Oder "Bekommt Opa im Grab nicht nasse Füße?"

Kinder im Vorschulalter begreifen noch nicht, dass auch sie einmal sterben müssen. Sie haben eher Verlustangst. Typische Fragen sind" Was, wenn Mama stirbt? Muss ich dann ins Heim?" Nach der Einschulung entwickelt sich langsam ein Bewusstsein, bei dem Kinder den Tod auf sich beziehen. Kinder in diesem Alter entwickeln ein forschendes Interesse an Details. Sie wollen etwa das Haustier wieder ausgraben, weil sie das Skelett sehen möchten. Ab zwölf Jahren haben Kinder und Jugendliche eine reale Vorstellung vom Tod und sind sich ihrer Sterblichkeit bewusst. Natürlich gibt es Abweichungen von diesem Altersschema -und das hängt damit zusammen, wie gut Kinder vorbereitet und begleitet werden.

Wie sollte diese Vorbereitung aussehen?

Nicht so tun, als ob es das Thema Tod nicht gibt. Ich bin mit Kindern über den Friedhof gegangen. Kinder sind neugierig und stellen Fragen. Gehen Sie dabei möglichst nur auf die Fragen ein. Beantworten Sie eine Frage nur so weit, wie es nötig ist, um das Kind nicht zu über­fordern. Vergessen Sie nicht zu fragen "Wie geht es dir jetzt damit, wo du das weißt?" Kinder haben uns vieles voraus, auch beim Thema Tod. Sie konfrontieren uns mit ihren Fragen und kennen dabei kein Tabu.

 

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